Weltgebetstag aus Guyana
»Wenn ich an das Guyana meiner Kindheit in den 1950er-Jahren zurückdenke«, erinnert sich die Schriftstellerin Sharon Maas, »habe ich das Gefühl, in einem Paradies gelebt zu haben.« Dabei war das kleine, bei uns kaum bekannte Land im Norden Südamerikas, aus dem 2008 der Weltgebetstag der Frauen kommt, damals noch britische Kronkolonie. Viele Menschen, auch die Eltern von Sharon Maas, kämpften um die Unabhängigkeit. Sie wurde 1966 erreicht. Doch bald versank Guyana in einem Sumpf aus Diktatur und rassistisch motivierten Konflikten zwischen den Nachkommen der ehemaligen afrikanischen Sklaven und denen der später angesiedelten indischen Vertragsarbeiter. Wirtschaftlich ging es - wegen Selbstbereicherung der Regierenden - mit dem an Bodenschätzen reichen Guyana bergab, sodass es heute zu den ärmsten Ländern der Welt zählt. Besonders Frauen sind von Armut betroffen. Die Zahl der alleinerziehenden Mütter steigt. Drogen, Alkohol und Aids werden zum Problem, die gesundheitliche Aufklärung und Versorgung ist unzureichend. Seit 2002 - als es bei Wahlen noch einmal schwere rassistische Übergriffe gab - ist das Land zur Demokratie zurückgekehrt, die Wahlen von 2006 verliefen sauber. Doch sitzen die Wunden noch tief, herrscht noch großes Misstrauen zwischen den Volksgruppen, zu denen auch die früher als Underdogs verachteten und unterdrückten - von der heutigen Regierung jedoch besonders geförderten - neun indigenen Völker gehören.
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