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Wissen säen

Mangelernährung, wirtschaftliche Abhängigkeit,knappe Ressourcen: In Malawi nehmen Frauen die Lösung dieser Probleme selbst in die Hand – mit erstaunlich einfachen MethodenText: Rike Uhlenkamp / Fotos: Rainer Kwiotek
vom 13.01.2023
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Beinahe wäre eine ihrer Zwillingstöchter gestorben: Als Amiatu Yusuf mit den beiden zur Untersuchung ging, kurz vor dem ersten Geburtstag, war die kleine Sauda viel zu leicht und winzig für ihr Alter. »Ich selbst war zu dünn und hatte nicht genug Milch für beide Babys«, erinnert sich Amiatu Yusuf. Nur einmal am Tag aß die fünffache, alleinerziehende Mutter eine Schüssel Maisbrei. Für Fleisch, Gemüse oder Obst fehlte es ihr an Geld, Vorräten – und Wissen. Zwei Jahre später sitzt die 36-Jährige im Schatten der Mangobäume auf dem Platz ihres Heimatdorfs Chindamba, nahe dem Malawi-See. Auf ihrem Schoß Hamida, neben ihr Sauda, fast drei Jahre alt. Die Ärzte versorgten die Mutter mit einer nährstoffreichen Paste zum Aufpäppeln des Kindes. Und gaben ihr den Rat, sich an eine Elterngruppe in ihrem Dorf zu wenden. »Ohne die Gruppe hätte ich Sauda vielleicht verloren«, sagt Amiatu Yusuf. Was sie dort gelernt hat, gibt sie heute anderen weiter. Sie erzählt ihnen, mit welchen Gemüse- und Obstsorten sie den Nährstoffbedarf ihrer Kinder abdecken. Yusuf blickt zu den Plastiktellern auf dem Boden aus harter Erde. Etwa 50 Frauen und ein paar Männer sind zum gemeinsamen Kochen und Essen im Dorf zusammengekommen. Die Menschen vertrauen ihr. Sie ist eine von ihnen.

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