Entscheidet euch!
Es gibt Zeiten, in denen mich die Unverbindlichkeit meiner Generation so richtig auf die Palme bringt. Silvester zum Beispiel. Es ist kaum mehr möglich, mit Freunden eine Silvesterparty zu feiern, weil die Eingeladenen erst im allerletzten Moment zu- oder absagen. Keiner will sich festlegen, schließlich könnte man eine noch coolere Party verpassen. Kleine Kostprobe: Meine Freundin Hannah findet die Idee, zusammen zu feiern, super, muss aber erst noch mit ihrem Freund sprechen, weil der lose etwas mit anderen Freunden ausgemacht hat. Ida weiß noch nicht, ob sie einen Babysitter findet. Alfredo und Simone überlegen, spontan zu verreisen, was aber nicht ganz sicher ist. Wenn das nicht klappt, kommen sie gerne. Charlotte und Jonas schlagen vor, dass wir auch zu ihnen kommen könnten. Annika kommt, wenn sie Samira mitbringen darf, vorausgesetzt sie feiern nicht mit Samiras Freunden, was noch zu klären wäre. Und mein Mann hat seinen Dienstplan noch nicht, es könnte sein, dass er arbeiten muss. Das ist eine Situation, wie sie für meine Generation – die Zwanzig- bis Dreißigjährigen – ziemlich normal ist. Meist endet es so, dass sich nach wochenlangen Chatverläufen, Telefonaten und SMS am 31. Dezember doch noch ein Grüppchen zusammenfindet. Vielleicht.
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