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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 10/2022
Der Inhalt:

Autofreie Stadt
Streit um die Straße

Radikale Verkehrswende: Im Berliner Graefekiez, einer Bubble aus überwiegend grünwählenden und besserverdienenden Akademikern, sollen alle privaten Parkplätze wegfallen. Das gefällt nicht allen Anwohnern.
von Nana Gerritzen vom 01.06.2022
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Wem gehört die Straße? Mittwochs im Berliner Graefekiez den Kindern. (Foto: Stephan Pramme)
Wem gehört die Straße? Mittwochs im Berliner Graefekiez den Kindern. (Foto: Stephan Pramme)
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Wo sich sonst Autos und Radfahrer durch den eigentlich verkehrsberuhigten Bereich drängeln, fahren heute nur Bobbycars und Laufräder. Kinder spielen mit Bällen und Seifenblasen, mit Kreide hat jemand »Wer schiebt, wird geliebt« auf die Straße geschrieben. Seit drei Jahren wird die Böckhstraße im Graefekiez des Berliner Stadtteils Kreuzberg jeden Mittwochnachmittag zur Spielstraße, lädt Kinder und Erwachsene zum Toben, Malen und Verweilen ein. Sie ist die erste temporäre Spielstraße in der Hauptstadt, das Angebot wird gerade bei schönem Wetter sehr gut angenommen. Autos und Radfahrern ist die Durchfahrt in diesem Zeitraum verboten, Straßenschilder weisen darauf hin, dass auch woanders geparkt werden muss – woran sich fast alle halten, seit das Ordnungsamt mittwochs regelmäßig Strafzettel verteilt.

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Ingrid Boss 24.06.2022:
Pontevedra. Stadt in Nordspanien, nah der portugiesischen Grenze, 80 000 Einwohner, seit 20 Jahren fast autofrei, 1000 Parkplätze in der Stadt, 15 000 außerhalb der Stadt, 85 Prozent weniger CO2, frei gewordene Parkplätze sind begrünt. Handel verkauft mehr Waren. Alle, Alt und Jung gewinnen! Nur wir in Deutschland tun uns schwer – bis auf einen Stadtteil in Münster, der auch fast autofrei ist.

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