Platzt der ukrainische Traum?
Für Putin sei die Krim originär russischer Boden, weil sie einmal zu Russland gehört habe, sagt Peter Hilkes im Interview. »Russland hat ein Programm verabschiedet, wonach die Bürger, die außerhalb Russlands leben, verteidigt werden sollen. Seit 2012 ist das wieder bei Putin virulent.«
Hilkes ist überzeugt, dass sich die Mehrheit der auf der Krim Lebenden von der Ukraine lossagen wird. Er geht davon aus, dass die Wahlberechtigten erheblich eingeschüchtert werden: »Das Ganze läuft nach dem sowjetischen Muster ab, das wir kennen. Da ist größtes Misstrauen angebracht.«
In der deutschen Berichterstattung werde zuweilen schon jetzt so getan, als gehöre die Krim gar nicht mehr zur Ukraine. Für die Menschen dort sei das unerträglich: »Sie haben für die Einheit des Landes gekämpft. Und es gibt viele auch im Osten und Süden der Ukraine, die eine Abspaltung der Krim einfach nicht wollen.«
Die Druckmittel der EU seien eingeschränkt, analysiert Hilkes weiter: »Dass man Konten einfriert und Einreiseverbote erteilt, ist trotzdem wichtig, weil diese Dinge wehtun, vor allem auch den russischen Oligarchen. Wir haben es mit einer Invasion zu tun, da muss man gegenhalten.«
Welche Strategie verfolgt Russland? Wie denken die ukrainischem Oppositionellen? Sind rechte Kräfte in eine neue Demokratie einzubinden? Auf diese Fragen gibt Peter Hilkes in der neuen Ausgabe von Publik-Forum Antworten.
Außerdem im Ukraine-Schwerpunkt: Zehn Vorschläge der Heinrich-Böll-Stiftung: »Was der Ukraine wirklich helfen könnte«. Die Rolle der Kirchen im Konflikt. Und: »Glück und Verzweiflung. Das Schicksal des Mykhailo Jurchenko«.
