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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 7/2020
Der Sinnlosigkeit widerstehen
Ostern in der Corona-Krise
Der Inhalt:

Eine Frau will weg vom Wachstumswahn

von Ulrike Scheffer vom 26.04.2020
Die Wirtschaftswissenschaftlerin Jana Gebauer kämpft für eine Bewegung, die sich Postwachstum nennt. Sie selbst lebt genügsam und vermisst nichts.
Einfach leben: Jana Gebauer fliegt nicht, fährt kein Auto und kauft vor allem Gebrauchtes (Foto: Scheffer)
Einfach leben: Jana Gebauer fliegt nicht, fährt kein Auto und kauft vor allem Gebrauchtes (Foto: Scheffer)

Umbrüche haben Jana Gebauer noch nie aus der Bahn geworfen. Als die Mauer fiel, absolvierte die damals 18-Jährige gerade ein Praxisjahr bei der Stadtverwaltung ihrer Geburtsstadt Stralsund. Damals half sie kurzentschlossen dem Kämmerer, der dafür sorgen wollte, dass Privatleute die Grundstücke kaufen konnten, auf denen ihre Häuser standen. »Ich habe einen Vertrag nach dem anderen getippt. Vielleicht hat es die Existenzbedrohung für die Menschen etwas abgemildert.« Heute setzt sich Jana Gebauer für ein sehr viel größeres Anliegen ein. Die Wirtschaftswissenschaftlerin gehört zur sogenannten Postwachstumsbewegung, die dafür eintritt, Wirtschaft neu zu denken. »Es ist falsch, zu glauben, dass Wachstum und nur Wachstum Entwicklung ermöglichen und alle Probleme lösen wird und dass es, wenn wir es nur richtig machen, unendlich ist«, sagt die heute 48-Jährige beim Gespräch an einem Stehtisch im Freien vor einem Café am Kottbusser Tor in Berlin-Kreuzberg. Der Café-Betrieb drinnen läuft zu dieser Zeit noch, doch Gebauer möchte nicht hinein, denn sie hat die Empfehlung, volle Räume zu meiden, von Anfang an sehr ernst genommen. Aus Solidarität mit Älteren und anderen Risikogruppen.

Solidarität ist ein wichtiger Begriff für Jana Gebauer, einer, der in der wachstumsgetriebenen Wirtschaft keine Rolle spiele, wie sie kritisiert. Entwicklung definiere sich aktuell allein über die ökonomische Wertschöpfung, also die Menge produzierter Güter und Dienstleistungen. Aspekte wie soziale Teilhabe oder Lebensqualität blieben außen vor. »Anstatt mehr gute Beziehungen zu anderen Menschen und zur Natur aufzubauen, gehen wir arbeiten, immer mehr und immer prekärer.« Dabei sei sichtbar, dass diese Art des Wirtschaftens schwerste ökologische Schäden produzi

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