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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 3/2020
Geht doch!
Der Synodale Weg der katholischen Kirche
Der Inhalt:

Mit Zähigkeit und Mut

von Thomas Seiterich vom 26.02.2020
Aufgefallen: Der Gründer von Publik-Forum, Harald Pawlowski, wird heute neunzig Jahre alt. Ohne den optimistischen Linkskatholiken gäbe es die Zeitschrift nicht
Kritisch, christlich, unabhängig: Harald Pawlowski (Foto: Lerch)
Kritisch, christlich, unabhängig: Harald Pawlowski (Foto: Lerch)

Alter ist hart«, sagt Harald Pawlowski, »vor allem, wenn einem die Frau gestorben ist, die man seit seinen jungen Jahren geliebt hat.« Traurig sei im hohen Alter außerdem, »dass man nicht mehr so aktiv und leidenschaftlich wie früher in den kirchlichen und politischen Debatten der Gegenwart mitmischen kann.« Pawlowski, der am 26. Februar 2020 neunzig Jahre alt wird, sagt »man« anstatt »ich«. Sein persönlich gemeintes Man ist das Ich seiner Generation, der um das Jahr 1930, kurz vor dem Nazireich, Geborenen. Er lebt heute im Kursana-Haus am Epinay-Platz mitten in Oberursel, kaum zwanzig Kilometer entfernt von Frankfurt. Harald Pawlowski, den wir Jungen in der Redaktion von Publik-Forum mit Respekt »Pawlo« nannten, wenn er die Tür hinter sich zugemacht hatte, war zeitlebens ein drahtiger, hellwacher Typ mit Weitblick, ein scharfer Analytiker und guter Netzwerker.

Der große Moment im Leben des Vollblutjournalisten war der Winter 1971/72. Als die Redakteure der damaligen Wochenzeitung Publik von den Bischöfen entlassen wurden, das Blatt verließen und neue Jobs suchten, blieb Pawlowski. Er bewies Mut und Bereitschaft zum Risiko.

Es war eine bittere Zeit. Der kritisch-katholische Journalismus in der Bundesrepublik schien am Ende. Die aus dem konservativen Unionsmilieu stammenden Oberhirten hatten im November 1971 das Ende von Publik beschlossen. Sie entzogen ihrer erst 1968 gegründeten, aufgeschlossenen Wochenzeitung das Geld. Sie wollten endlich Ruhe haben. Ruhe vor Linkskatholiken wie Harald Pawlowski, Ruhe vor kirchlich engagierten Journalisten, die mit SPD-Bundeskanzler Willy Brandt und der Ostpolitik seiner sozialliberal

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