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Heiner Wilmer

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz will sich stärker auf die »Psychologie« in diesem Gremium konzentrieren. Und er verlangt »Räume und Formate« für das Gespräch mit AfD-Wählern.
vom 28.09.2026 Vorgelesen von einer künstlichen Stimme.
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 Heiner Wilmer leitet die Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz (Foto: IMAGO/Rüdiger Wölk)
Heiner Wilmer leitet die Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz (Foto: IMAGO/Rüdiger Wölk)

In Fulda hat an diesem Montag die erste Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz begonnen, die der Münsteraner Bischof Heiner Wilmer vollständig leitet. Wilmer war im Februar zum neuen Vorsitzenden des aus 60 Bischöfen und Weihbischöfen bestehenden Gremiums gewählt worden. Vor Beginn der knapp viertägigen Versammlung kündigte er an, die Sitzungen zwar zu leiten, die Moderation aber abzugeben: »Ich will mich konzentrieren auf den Inhalt und stärker fokussiert sein auf die Dynamik, die Ziele und auch auf die Psychologie in so einer Sitzung, und ich bin dabei innerlich deutlich entspannter.«

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In seiner Auftakt-Pressekonferenz sprach Wilmer auch über das Verhältnis der katholischen Kirche zur AfD. Er bekräftigte zwar den einstimmigen Beschluss der Bischofskonferenz von 2024, nach dem völkischer Nationalismus und Christentum unvereinbar sind. Wilmer sagte aber auch, die Kirche müsse sich mehr mit AfD-Wählerinnen und -Wählern austauschen. »Wir müssen den Menschen zuhören, die AfD wählen.« Ihm sei bewusst, sagte er, dass auch viele Katholikinnen und Katholiken die AfD gewählt hätten. Daher brauche es Räume und Formate, in denen die Kirche »keine Ansagen« mache, sondern offen sei für Fragen und Nöte der Menschen – und für das, was Menschen dazu bringe, die AfD zu wählen.

Die jüngsten Wahlen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin bezeichnete Wilmer als »klaren Warnhinweis in Bezug auf Populismus von rechts und von links«. Er warnte auch vor wachsendem Antisemitismus in Deutschland. »Antisemitismus ist eine Sünde«, sagte er, sowie ein Angriff auf die ganze Gesellschaft. Antisemitismus untergrabe die Demokratie.

Mit Blick auf den aktuellen Besuch von Papst Leo XIV. in Paris, Lourdes und Metz sprach Wilmer auch über das wachsende Interesse am Glauben in Frankreich. »Ich halte Frankreich inzwischen für das Labor des neuerwachenden Katholizismus«. Für diese »tektonische Verschiebung« machte Wilmer vor allem junge Influencer verantwortlich. Diese sprächen über konkrete Themen wie Gebet, Engel, die Rolle des Papstes oder das Verhältnis zu anderen Religionen. Die Influencer sind aus seiner Sicht vor allem schnell, humorvoll und sehr spirituell.

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