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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 18/2019
Vision einer neuen Kirche
Von Maria 2.0 zur ersten Päpstin
Der Inhalt:

Dienstags ... im Theater: Traumberuf Schauspieler

von Birgit-Sara Fabianek vom 24.09.2019
Viele wollen auf die Bretter, die die Welt bedeuten. Doch das Leben am Theater ist hart und geht auf die Knochen. Viele Mimen arbeiten inzwischen im Akkord.
Theater Dortmund: Es geht mitunter ruppig zu (Foto: Theater Dortmund/Hupfeld)
Theater Dortmund: Es geht mitunter ruppig zu (Foto: Theater Dortmund/Hupfeld)

Am Dortmunder Schauspiel beginnt um 11 Uhr die Morgenprobe. Die Probebühne liegt in einem schmucklosen Gebäude hinter dem Theater, sie ähnelt einer vollgestellten Turnhalle, Neonröhren leuchten, es riecht nach Staub. In einer improvisierten Umkleide in einer Ecke schlüpfen drei Schauspielerinnen aus ihren Alltagssachen und streifen ihr schlichtes Probeoutfit über: Hemd, Kittel, Hose aus dem Fundus. Eine von ihnen ist Caroline Hanke. Die lebhafte 38-Jährige mit den eindringlichen blauen Augen ist seit zehn Jahren festes Ensemblemitglied am Dortmunder Schauspiel.

Heute wird hier eine Komödie geprobt, die Uraufführung der Bühnenfassung des Bestsellers »Als die Omma den Huren noch Taubensuppe kochte« von Anna Basener. Wann und wie oft geprobt wird, entscheidet allein der Regisseur. In diesem Fall ist es eine Regisseurin, die aus der Satiresendung Ladies Night bekannte Gerburg Jahnke. Sie probt immer von 11 bis 18 Uhr, »sehr humane Zeiten«, lobt Hanke, denn das gibt ihr ausnahmsweise ein bisschen Luft für ihre Familie. Die Schauspielerin hat zwei Kinder im Schul- und Kindergartenalter, ihr Mann ist als freier Künstler oft unterwegs. »Alles nicht so einfach«, sagt Caroline und dass sie manchmal den Rückhalt unter den Kollegen vermisst. Wer samstags nicht proben und bei den Kindern bleiben will, gilt schnell als unsolidarisch.

Im Probenraum wird gerade aus Brettern und Leichtbauwänden eine Küche aufgebaut. Caroline spielt hier Bianca, eine Unterhosen-Designerin aus Berlin, die überraschend Besuch von ihrer »Omma« aus Essen bekommt. Gleich in den ersten Minuten gerät die Oma mit ihrer Mitbewohnerin Louise aneinander. Die Feministin Louise und Biancas Oma, die einst als Wirtschafteri

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