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Glaubwürdig ...
Ich gehöre zu den Armen

von Monika Herrmann vom 24.09.2015 Vorgelesen von einer künstlichen Stimme.
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Das Gefängnis ist eine eigene Welt wie eine Fabrik mit 500 Bediensteten im Drei-Schichten-System. Etwa tausend Männer leben hier hinter Schloss und Riegel. Manche Männer kennen mich, sagen »guten Tag, Herr Pfarrer«, und drehen sich weg. Andere bitten schriftlich um Kontakt, dann gehe ich in die Zelle, lade vielleicht ins Büro oder zum Kirchbesuch ein. Ich renne als Seelsorger nicht die Hafträume ab und biete Gespräche an. Ich will hier niemanden vom christlichen Glauben überzeugen. Die Gefängnisseelsorge hat ein hohes Ansehen in den Haftanstalten. Denn die Inhaftierten wissen, dass die Seelsorge unabhängig ist. Sie wissen, dass es das Beichtgeheimnis und die Schweigepflicht gibt. Deshalb können sich Gefangene im geschützten Raum alles von der Seele reden. Als Seelsorger habe ich vor allem Zeit, anders als die Bediensteten. Ich höre erst einmal zu. Was hat dieser Mensch auf dem Herzen? Ich benötige sehr viel Wachheit, um zu erspüren, worum es den Menschen geht. Der Glaube trägt mich dabei. Meine Hoffnung: Jesus ist ja immer schon vor mir da. Im Gespräch mit den Gefangenen sind wir eigentlich gemeinsam unterwegs auf den Spuren Gottes.

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