Cecil Taylor
Er zählt zu den letzten Überlebenden jener Generation von Barrikadenstürmern, die Anfang der 1960er-Jahre dem »Free Jazz« auf die Sprünge halfen. Mit seinem langjährigen Weggefährten, dem im Juni 2015 verstorbenen Saxofonisten Ornette Coleman, hat der 86-jährige Pianist Cecil Taylor mehr für die Befreiung der Hörgewohnheiten getan als alle Keyboarder in der Rockmusik zusammen. Auf mehr als achtzig Alben hat Taylor inzwischen seine waghalsigen Tastentänze konserviert. Für sein Lebenswerk erhielt er 2013 den »Kyoto Prize for Music«, eine der prestigeträchtigsten Auszeichnungen weltweit, die in jenen Disziplinen verliehen wird, die vom Nobelpreis-Komitee traditionell nicht berücksichtigt werden. Vor zwei Jahren gab der unermüdliche Neuerer Taylor seine letzten öffent lichen Konzerte, erst jetzt hat sich dieser in New York lebende Revolutionär aus Passion auf sein Altenteil zurückgezogen – Zeit für eine künstlerische Bilanz. Was macht Cecil Taylors Pianospiel so unverwechselbar, worin liegt noch heute seine Sprengkraft verborgen?
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