Lehrer warnte vor der AfD
Abmahnung für Max Heckel
Max Heckel ist Lehrer geworden, weil er selbst als Junge »bemerkenswerte Persönlichkeiten« als Lehrerinnen und Lehrer hatte. Dennoch schlägt er nach seinem Studium in Halle erst einmal eine andere Laufbahn ein. Seit seinem siebten Lebensjahr spielt Max Heckel Violine. Er wird Redakteur von Musikzeitschriften, veranstaltet Festivals, gründet den Verlag »Prosodia«. Die Corona-Pandemie bremst ihn unsanft aus und spült den Mann mit dem Rauschebart dann doch noch in den Schuldienst. Als angestellter Lehrer, denn ein Referendariat hat er nie gemacht. Erst ein Jahr in »Amt und Würden« an jenem Gymnasium in Stendal, an dem er selbst einst Abitur machte, erhält er eine Dienstaufsichtsbeschwerde. Die AfD in Sachsen-Anhalt verunglimpft ihn als linken Agitator, der Schülerinnen und Schüler mit seinen »linken Ideen« indoktriniere. Und das, weil Max Heckel den Kindern einer sechsten Klasse die Frage gestellt hatte: »Gehört der Islam zu Deutschland?« Unabhängig davon, ob die Kinder positiv oder negativ antworteten, erhielten sie zwei Punkte – sofern die Antwort gut begründet war. Max Heckel ist geschockt. Obwohl er da längst registriert hat, dass die AfD schon seit geraumer Zeit versucht, unbequeme Lehrerinnen und Lehrer mit dem Vorwurf, »nicht neutral« zu sein, aus den Schulen zu entfernen sucht. Die erste Dienstaufsichtsbeschwerde wird abschlägig beschieden, aber das Gymnasium verlässt Max Heckel dennoch.
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