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Glaubwürdig ...
In Sippenhaft genommen

von Andreas Malessa vom 30.01.2014
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Die Ermordung Martin Luther Kings am 4. April 1968 war in unserer Familie eine dramatischere Fernseh-Nachricht als der Tod John F. Kennedys oder, ein Jahr später, die Mondlandung. Mein Vater hatte den Bürgerrechtskämpfer in Gottesdiensten »live« erlebt und reklamierte ihn konfessionell quasi für uns, denn Martin Luther King war »Baptist« wie wir. In einer evangelischen »Freikirche« aufzuwachsen, die in allen dogmatischen Bekenntnisfragen »normal« protestantisch ist, aber keine Kinder tauft (Freiwilligkeitsprinzip) und keine Kirchensteuern will (Trennung von Kirche und Staat) – das kam in den Spät-68ern erst mal gut an. Vor allem, als Baptist Jimmy Carter 1977 US-Präsident wurde und im Camp-David-Abkommen den Frieden im Nahen Osten stärkte (seit 2002 auch er ein Friedensnobelpreisträger). Ich studierte Theologie in Hamburg, drehte meinen ersten Fernsehfilm mit Professor Helmut Thielicke und erfuhr von ihm, dass 1636 ein Baptist namens Roger Williams für den Kleinstaat Rhode Island die erste demokratische Verfassung Nordamerikas geschrieben hatte. Während hierzulande ein dreißigjähriger (Religions-)Krieg tobte …

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