Vermittlung, Verständigung, Diplomatie
Entfeindet euch!

Sie haben bereits ein
-Abo? Hier anmelden

Weiterlesen mit Ihrem Digital-Zugang:

Weiterlesen mit Ihrem Digital-Zugang:
Weiterlesen mit Ihrem Digital-Upgrade:
- Ergänzend zu Ihrem Print-Abonnement
- Mehr als 34.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
- Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
- 4 Wochen kostenlos testen
Jetzt direkt weiterlesen:
- diesen und alle über 34.000 Artikel auf publik-forum.de
- die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper
- 4 Wochen für nur 1,00 €
Sie haben bereits ein
-Abo? Hier anmelden
Sie haben bereits ein
-Abo? Hier anmelden
Sie haben bereits ein
-Abo? Hier anmelden
Herr Seidel, sind wir dabei, uns aktiv zu verfeinden?
Stefan Seidel: Ich denke, das ist vielfältig beobachtbar, dass wir immer tiefer hineinrutschen in scharf polarisierte Diskurse über die Konflikte dieser Zeit. Dass viele Analysen, Positionierungen und Forderungen von vornherein davon ausgehen, dass die militärische Logik die gebotene Logik für die Konfliktbewältigung und Konfliktlösung sei. Und diese Logik ist eine Verfeindungslogik. Sie markiert den Feind und ist fixiert auf ihn und setzt auf dessen Niederwerfung im Kampf, also auf die größeren Tötungskapazitäten und Siegesstrategien. Ich glaube, das ist etwas, das in Vorkriegszeiten anfangs unbemerkt und dann immer umfassender und zwingender in die Köpfe eindringt, dass man einem Feind ausgesetzt sei und deshalb seiners
Stefan Seidel ist Psychologe und Theologe sowie Autor. Er lebt in Leipzig und schrieb das Buch: »Entfeindet euch! Auswege aus Spaltung und Gewalt.« Claudius Verlag 2024





Georg Lechner 30.12.2025, 18:45 Uhr:
Ohne Feindbild (und Lügenpropaganda) gäbe es keine Aufrüstung und keinen Krieg, im Zivilen keine xenophobe Hetze. Der Stalinismus war eine abscheuliche Diktatur, aber ist nicht auch der Kapitalismus in letzter Konsequenz totalitär? Ich denke da besonders an die CIA-geführten Putsche 1953 im Iran und 1973 in Chile, jeweils im Kapitalinteresse zur Verhinderung von Verstaatlichungen und gefolgt von Diktaturen mit Geheimpolizei, Folterkellern und Ausbeutung der abeitenden Bevölkerung. Ich denke auch an die völkerrechtswidrigen Kriege 1999 gegen Serbien (Alice Mahon hat bei ihren Aussagen am 1.3.2006 in Den Haag vor dem Jugoslaien Tribunal den offiziellen Darstellungen inhaltlich widersprochen) und 2003 gegen den Irak sowie an die Unterstützung diverser Diktatoren durch den Westen. Das Papstwort "Diese Wirtschaft tötet" hat einen sehr realen Hintergrund, spürbar vor allem in den Ländern des globalen Südens.