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kritisch • christlich • unabhängigzur aktuellen Ausgabe

 
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 5/2018
Der Kampf um den Sand
Die Gier nach dem Rohstoff bedroht Mensch und Umwelt
Der Inhalt:

Organspenden zur Regel machen?

Immer weniger Menschen in Deutschland haben einen Organspende-Ausweis. Tausende chronisch Kranker warten daher zu lange auf ein Spenderorgan. Nun wird darüber diskutiert, die rechtliche Regelung umzudrehen: Wer nicht widerspricht, erklärt sich mit der Organspende einverstanden. Ist das gut? Ein Pro und Contra von Margot Käßmann und Stephan Schaede
Die ehemalige EKD-Ratsvorsitzende Margot Käßmann ist dafür, dass Organspenden zur Regel gemacht werden, Stephan Schaede, Direktor der Evangelischen Akademie Loccum, ist dagegen (Fotos:  pa/dpa/Bernd Settnik; Evangelische Akademie Loccum)
Die ehemalige EKD-Ratsvorsitzende Margot Käßmann ist dafür, dass Organspenden zur Regel gemacht werden, Stephan Schaede, Direktor der Evangelischen Akademie Loccum, ist dagegen (Fotos: pa/dpa/Bernd Settnik; Evangelische Akademie Loccum)

Margot Käßmann: Ja, Beweislast umkehren!

Die Beweislast sollte umgekehrt werden, wie es in den meisten europäischen Ländern längst der Fall ist. In Deutschland dagegen machen sich viele gar keine Gedanken, welche Folgen es für Mitmenschen hat, dass sie keinen Organspende-Ausweis haben – die anderen aber sterben daran. Wird die Organspende zur Regel, heißt das nicht, dass alle ihr zustimmen müssen, sondern dass, wer sie ablehnt, erst nachdenken und sich dann auch klar äußern muss. Und das ist einem Menschen in einer solidarischen Gesellschaft durchaus zuzumuten.

Für mich als Christin ist Organspende ein Akt der Nächstenliebe, der Barmherzigkeit. Wenn ich ohnehin sterbe und sich daran nichts ändern lässt, kann ich zumindest noch für einen Menschen zum Segen werden, dessen Leben von einem Spenderorgan abhängt.

Sicher, es gibt