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Wie wird mein Leben verändert?

vom 08.04.2020
von N. N.

Seit zwei Jahren genieße ich mein Rentnerdasein. Ich nutzte die Zeit, um die Ordnung daheim aufzuarbeiten, mich mit Sport (im Studio und im Schwimmbad) fit zu halten, meine Tochter bei der Betreuung ihrer Tochter (fast »Alleinerziehende«) zu unterstützen, Theater im Seniorenbereich zu spielen, als Clown im Seniorenheim aktiv zu werden, im Chor zu singen, sonntags im Haus Wasserburg an der »anspruchsvollen« Messe teilzunehmen, mich mit Freunden und Freundinnen zu treffen; Tagebuch zu schreiben. Das war ganz schön er- und ausfüllend.

Nun, seit zwei Wochen, ist dieser »Aktivitäts- und Kontaktwahn« verringert. Es bleiben: Telefongespräche, WhatsApps, E-Mails, Haus- und Räumarbeiten.

Manchmal denke ich: »Es hat sich gar nicht so viel verändert!« Ich tausche Vereinssport mit Outdoor-Aktionen wie Radfahren oder viel zu Fuß Gehen. Gymnastik nach schriftlichem Plan macht mir allerdings keinen Spaß.

Mir fehlen die Kontakte nach draußen, die Gespräche mit Freunden, Aktionen, die ich selbstverständlich mitgestaltet habe. Auch Sonntagsmessen »für ausgeschlafene Christen« fehlen mir besonders. Das gemeinsame Singen im Chor bereitet mir sonst viele Glücksgefühle.

Traurig stimmt mich auch, wie schwer es ist, mit unserer Tante im Seniorenheim Kontakt zu halten, da sie auch nicht über ein Telefon verfügt.

Unsere Tochter und Enkelin treffe ich noch regelmäßig – auf eigene (Lebens-)Gefahr.

Ich verfasse nun noch verstärkt Briefe an Freunde und Freundinnen. Ich glaube und wünsche, dass das uns allen guttut.

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Die Gottesdienste kann ich nicht per Computer ersetzen. Ich brauche die körperliche Nähe.

Beten tu ich (oft ohne Worte) in der Natur, im Bett. Gesungene pallottinische Gebete heben meine Stimmung.

Lesen erfreut mich seit meinem/unserem Urlaub wieder – aber das ist stimmungs- und nicht krisenabhängig.

Die Kreativität wie Handarbeiten, Basteln, Gärtnern kann ich noch nicht aktivieren. Zu lange hab ich meine Strickfreude zur Seite gelegt. Vielleicht ist dieser Brief Anlass, die Wolle zu verarbeiten, die schon so lange brachliegt. Unsere Enkelin (vier Jahre) ist froh, zu Hause ohne Unterbrechung spielen zu können.

Unsere Tochter zeigt sich auch noch recht gelassen.

Am Samstag wollte eine negative Stimmung »mich runterziehen«. Ein Hilferuf wurde von einem »Engel« erhört, der mir hilfreiche Impulse schenkte. Dafür bin ich sehr dankbar.

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Alle Beiträge des Erzählprojektes »Die Liebe in Zeiten von Corona«

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