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Umgang mit der Angst

vom 20.04.2020
von Dr. Angelika Schumm

Damit wir in Zeiten großer Unsicherheiten gut mit uns selbst und damit auch mit unserem Umfeld umgehen können, ist es notwendig, immer wieder einen Zustand möglichst großer Angstfreiheit zu erlangen. –

Anfangs haben viele von uns die Auswirkungen des kleinen Virus, das in einer Stadt in China ausgebrochen ist, kaum beachtet. – Es schien weit weg von uns, und wir fuhren ungehindert fort, in unseren persönlichen Hamsterrädern zu rennen, um konsumorientiert Leistung zu erbringen. – Plötzlich rückte es näher, zuerst nach Italien und dann direkt zu uns, in unsere Städte und Gemeinden. –

Und damit ist auch die Angst da – vor der Krankheit und zunehmend auch vor einem wirtschaftlichen Fiasko sowie den Einschränkungen der persönlichen Freiheit!

Der Ausnahmezustand, den wir derzeit im Äußeren erleben, findet auch in unserem Inneren statt. – Wir können die derzeitige Situation keinen bereits bekannten Erfahrungsmustern zuordnen. – Im Gegensatz zu Kriegssituationen, wo wir klare Feindbilder haben, fehlen nun die polarisierenden Kräfte. – Wir machen gerade die globale Erfahrung, dass wir alle miteinander verbunden sind, »in einem Boot sitzen«. –

Durch Covid-19 werden wir als Menschheit kollektiv mit dem Tod konfrontiert, ohne dafür einen Schuldigen im Außen – abgesehen von dem kleinen Virus – nennen zu können, auf den wir all unsere aggressiven Impulse projizieren können.

Darin liegt die große Chance dieser Krise! – Wir erleben uns als Menschengemeinschaft und werden mehr mit uns selbst konfrontiert. –

Dies wird zusätzlich verstärkt durch Entschleunigung und reduzierte Ablenkung aufgrund Ausgangsbegrenzungen, Quarantäne … usw. –

Die jetzige Situation wirft uns auf Fragen zurück, die wir sonst im Alltag meist verdrängen und die deshalb häufig erst am Ende des Lebens wieder aus dem Unbewussten auftauchen:

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Wer bin ich?

Was bleibt von mir, wenn ich am Ende meines Lebens alles loslassen muss?

Gibt es ein Fortleben – oder ist nach dem Tod alles aus?

Was ist mir wichtig im Leben beziehungsweise wie möchte ich mein Leben gelebt haben, damit ich am Ende meiner Erdentage auf ein erfülltes Leben zurückblicken kann?

Es wird uns jedoch vermutlich schwerfallen, den Geist in Ruhe zu bringen, um sich mit diesen Fragen des Lebens auseinanderzusetzen, solange sich unsere Körper in der Erstarrung der Angst befinden. – Darum gilt es, zuerst den Körper selbst immer wieder aus der Angst zu führen. – Neben Bewegung in der Natur sind hier insbesondere die körperenergetischen Übungen wertvoll, wie Yoga, Qi Gong oder Tanz. Erwähnenswert ist dabei auch der Drehtanz, die Drehmeditation der Derwische! – Denn bereits durch den einfachen Grundschritt, die kontinuierliche, mit der Atmung und dem Gottesnamen als inneres Mantra verbundene, langsame Drehbewegung, findet eine innere Zentrierung statt. –

Wir haben aktuell mehr denn je die Chance, unser Leben und unsere Prioritätensetzung zu reflektieren und bei Bedarf neu zu ordnen, sodass wir unsere Lebenszeit mehr im Einklang mit unserem Inneren und damit glücklicher leben können! – Größere Leichtigkeit und innerer Frieden kehren dadurch in uns ein und helfen uns, zu handeln, wo wir handeln können, und anzunehmen, was nicht veränderbar ist. – So sagen wir Ja zu unserem Leben!

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Alle Beiträge des Erzählprojektes »Die Liebe in Zeiten von Corona«

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