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vom 22.03.2021
von Georg Walter

Ein N i c h t-G e b e t

Sie sagen: Beten – doch es ändert nichts.
Sie sagen: Vertrauen – doch mich nennen sie ein Risiko.
Sie sagen: Hoffen – doch die Realität bleibt grausame Wirklichkeit.
Sie sagen: Das ist eine Chance – doch die Gegenwart verfinstert die Zukunft.
Sie sagen: Du wirst gehalten – doch mein seelisches Ungleichgewicht lässt mich stürzen.
Sie sagen: Der Situation Gutes abgewinnen – doch das Böse schreit zum Himmel.
Sie sagen: Neues entdecken – doch das Schreckliche wird uralt.
Sie sagen: Fürchte dich nicht – doch die Angst »alles umsonst« zerfrisst mich.
Sie sagen: Mit Humor – doch ich verschlucke bittere Tränen.
Sie sagen: Abstand halten – doch der Verlust der Nähe würgt und tötet.
Sie sagen: Daheim bleiben – doch mir fällt die Decke auf den Kopf.
Sie sagen: Maske tragen – doch mich kotzt sie an.
Sie sagen: Impfstoff – doch ich lechze nach Geist.
Sie sagen: Verantwortung – doch alle Antworten genügen nicht.
Sie sagen: Geduld – doch ich will endlich raus.
Sie sagen: Gott ist mit uns – doch ich bin ausgegossen restlos leer.
Sie sagen: Gott leidet in Jesus mit uns – doch ich leide unsagbar an mir und meinen Freundinnen und Freunden.
Sie sagen: GOTT – doch ich schreie: MENSCH!
Ein Glück, wer jetzt Gott los ist.
Gott, welch furchtbar anerzogenes Überich.
Doch:
Ich werde Gott nicht los.
Ich werde Dich, Gott, nicht los.
Und wenn sie dies lesen, werden sie sagen:
wie gottlos!

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Alle Beiträge des Erzählprojektes »Die Liebe in Zeiten von Corona«

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