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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 17/2019
Höhenglück
Warum uns die Alpen so faszinieren
Der Inhalt:

Om trifft Amen

von Elisabeth Zoll vom 05.09.2019
In Lindau am Bodensee trafen sich Gläubige aller Religionen der Welt. Gemeinsam suchten sie nach Mitteln gegen den Fundamentalismus
Glaubenstreffen in Lindau: Gemeinsam unterm Friedensbaum (Foto: epd/Neetz)
Glaubenstreffen in Lindau: Gemeinsam unterm Friedensbaum (Foto: epd/Neetz)

In Lindau sind zwischen der evangelischen Kirche St. Stefan und dem katholischen Münster Tische zu einer zwanzig Meter langen Tafel aufgestellt. Salate und Gebäck füllen Schüsseln und Platten. »Für uns ist es ein großes Ereignis, dass die Welt zu uns auf die Insel gekommen ist«, sagt Jörg Hellmut, der evangelische Pfarrer von St. Stefan. An diesem Sommerabend sitzen Hunderte Lindauer Bürger mit Religionsvertretern aus aller Welt auf Bierbänken zusammen.

Es ist im Kleinen das, was die Allianz Religions for Peace im Großen versucht. Seit fast fünfzig Jahren ist das Bündnis aus Vertretern von 17 Religionsgemeinschaften aus mehr als hundert Ländern aktiv. Es hat in der Vergangenheit Konfliktparteien zusammengebracht: in Bosnien-Herzegowina oder Sierra Leone – und es ist heute unter anderem aktiv in Nigeria und Myanmar.

Der vertrauliche Rahmen der Weltkonferenz der Religionen, jenseits interessengesteuerter Politik, ermöglicht offene Gespräche über Religions- und Landesgrenzen hinweg. Das gefällt längst nicht jedem. Die Teilnehmer von Lindau zahlen für ihren Einsatz nicht selten einen Preis – bis hin zu Morddrohungen. Deshalb ist das Treffen auch ein Statement gegen religiöse Fundamentalisten. Die deutsche Politik hat das zumindest in Teilen erkannt. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier machte sich für das Treffen stark. Der Bund unterstützte die mehrjährige Vorbereitungsphase und das Treffen mit sieben Millionen Euro.

Auch wenn Regierungen Religionsgemeinschaften unterstützten, müsse man nicht akzeptieren, dass sie diese für ihre Zwecke einspannen, mahnt Kardinal John Onaiyekan, Erzbischof von Abuja. In Nigeria, dem größten islamisch-christlichen Land

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