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Kommunion-Streit: »Es geht um Leben und Tod«

von Britta Baas vom 05.06.2018
Kommunion mit Protestanten? Die Mehrheit der katholischen Bischöfe in Deutschland sagt seit Kurzem: »Ja!« Jetzt bremst der Vatikan sie aus: Erzbischof Luis Ladaria, Chef der Glaubenskongregation, stoppt die Neuerung – angeblich mit dem Segen des Papstes. Kölns Kardinal Woelki ist froh: Beim Kommunion-Streit gehe es »um Leben und Tod«
Versteh' einer das Leitungspersonal der Kirche! Kardinal Woelki (links), Kardinal Marx (Mitte), Kurienerzbischof Ladaria (rechts) liegen im Kommunion-Streit: Aber ist das wirklich eine Frage »auf Leben und Tod«? (Fotos:pa/Vennenbernd; pa/Jens Krick/Geisler-Fotopress; pa/ap/ De Luca)
Versteh' einer das Leitungspersonal der Kirche! Kardinal Woelki (links), Kardinal Marx (Mitte), Kurienerzbischof Ladaria (rechts) liegen im Kommunion-Streit: Aber ist das wirklich eine Frage »auf Leben und Tod«? (Fotos:pa/Vennenbernd; pa/Jens Krick/Geisler-Fotopress; pa/ap/ De Luca)

Wer das alles nicht mehr versteht, ist nicht allein: Selbst ein hochrangiger deutscher Kardinal fiel gestern Abend aus allen Wolken, als ihm ein Brief aus dem Vatikan zugestellt wurde: Reinhard Marx, Vorsitzender der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, ließ zu später Stunde wissen: »Der Brief des Präfekten der Kongregation für die Glaubenslehre« habe ihn »heute Abend (4. Juni 2018) erreicht«. Und was darin stand, muss ihn schier fassungslos gemacht haben: Luis Ladaria, Erzbischof und Leiter der römischen Glaubenskongregation, hat den mit großer Mehrheit von der Deutschen Bischofskonferenz beschlossenen Entwurf einer Handreichung zur Kommunion mit Protestanten zurückgewiesen.

Das Dokument werfe Probleme mit erheblicher Tragweite auf, schreibt Ladaria an Marx. Der Papst (!) sei zu dem Schluss gekommen, »dass das Dokument noch nicht zur Veröffentlichung reif« sei.

Das bedeutet eine radikale Kehrtwende in Rom – findet offenbar auch Marx: Bei einem Gespräch deutscher Bischöfe mit Franziskus am 3. Mai in Rom sei »den dort teilnehmenden Bischöfen« gesagt worden, »dass sie im ›Geist kirchlicher Gemeinschaft eine möglichst einmütige Regelung‹ finden sollten«. Er, Marx, sei deshalb »überrascht, dass noch vor dem Finden einer solch einmütigen Regelung jetzt dieses Schreiben aus Rom eingegangen ist«.

Der diplomatische Duktus, den Marx wählt, spricht Bände: Er fühlt sich von Rom düpiert. War er es doch, der bei der Frühjahrsvollversammlung im Februar in Ing

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