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Kirche im Web 2.0: (K)ein offenes Wort, bitte!

von Felix Neumann vom 12.07.2012
Die katholischen Bischöfe Deutschlands haben die sozialen Netzwerke für sich entdeckt: Ihre »Social Media Guidelines« offenbaren indes, dass sie den Kontrollverlust im Netz noch gar nicht erfasst haben. Ihre Mitarbeiter sind da weiter als sie
Do you like the German Bishops? Daumen rauf, Daumen runter: In den sozialen Netzwerken des Web 2.0 wird anders diskutiert, als es sich die Bischofskonferenz in ihren schlimmsten Träumen ausmalt. (Montage; Foto: pa/dpa/Arno Burgi)
Do you like the German Bishops? Daumen rauf, Daumen runter: In den sozialen Netzwerken des Web 2.0 wird anders diskutiert, als es sich die Bischofskonferenz in ihren schlimmsten Träumen ausmalt. (Montage; Foto: pa/dpa/Arno Burgi)

Zwei kirchliche Nachrichten waren dieser Tage kurz nacheinander zu lesen: In der Slowakei wurde Erzbischof Bezák von Rom seines Amts enthoben – ohne Angabe von Gründen. Auf die Proteste der Öffentlichkeit entgegnete der Sprecher der slowakischen Bischofskonferenz, es sei eine »irrige Ansicht«, wenn Menschen »hauptsächlich aufgrund der Medien überzeugt [seien], ein Recht auf alle Informationen zu haben«.

Auch die Deutsche Bischofskonferenz machte mit Öffentlichkeit Schlagzeilen: Sie veröffentlichte »Social Media Guidelines«, eine Handreichung für kirchliche Mitarbeitende, wie sie in sozialen Netzen auftreten sollen.

Die Guidelines sind sehr wertschätzend und ermutigend formuliert: Die neuen Medien und die Chancen zur Kommunikation werden positiv aufgenommen, kirchliche Mitarbeitende sollen ihr Engagement als »spannende und als lohnende Herausforderung« sehen. Aus einem säkularen Blickwinkel sind die Guidelines keine Nachricht: Viele Unternehmen und Organisationen haben ganz ähnliche Richtlinien, die kirchlichen fallen weder positiv noch negativ auf.

Die kirchliche Normalität in Sachen Kommunikation ist aber leider nicht die, die die »Social Media Guidelines« zeichnen – sondern allzu oft die öffentlichkeitsscheue Amtsverschwiegenheit, wie sie von der slowakischen Bischofskonferenz demonstriert wird.

Soziale N

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