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Intensive Begegnungen

vom 18.11.2020
Von Gisela Matt-Bruno

Ich habe den Eindruck, dass die Klagen über fehlende Berührungen zu Corona-Zeiten in Publik-Forum überwiegen.

Ich glaube aber auch, dass es andere Möglichkeiten auch intensiver Begegnungen gibt, in denen vielleicht Menschen wie ich, die schon lange entfernt von Familienangehörigen und/oder Freunden und Freundinnen lebten, andere Formen der »Nähe in der Distanz« eingeübt haben.

Für mich hat es sogar neue Kontakte intensiver Begegnung gegeben dadurch, dass ich virtuelle Kontakte aufgenommen habe.

Das war nicht immer so, in meiner Kindheit und Jugend lebte ich in der Nähe der Großfamilie und meiner Freunde. Mit dem Studium an einem anderen Ort änderte sich das schon etwas, nach meiner Heirat schließlich lagen 600 km zwischen meiner Familie und mir, da haben meine Eltern mehr gelitten unter der Entfernung zu den Enkeln ganz ohne Skype, die nur manchmal ein wenig zu sagen hatten über Telefon. Trotzdem haben meine Kinder meine Eltern sehr geliebt.

Durch Partnerschaftsarbeit mit Besuchen in Peru kamen dann intensive Freundschaften über Kontinente hinzu.

All das hat es mir sicher erleichtert, Beziehungen auch weiterhin zu pflegen trotz und sogar wegen Corona.

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Zunächst gab es vor Jahrzehnten ja nur Briefe und gelegentliche (teure!) Telefongespräche; wegen unterschiedlicher Zeitzonen kaum Telefon mit Peru, meist nur Briefe, zum Beispiel auch mit meiner Freundin Pilar Coll in Lima, die als Menschenrechtsaktivistin zeitweise sehr gefährdet und sogar einmal verhaftet worden war – da lief sogar noch alles mit Zeitverzögerung über Briefe. In den Briefen gab es aber sehr tiefgehende Begegnungen.

Später erst war dann ab den 90er Jahren E-Mail das bevorzugte zeitnahe Mittel der Verbundenheit.

Zur Corona-Zeit habe ich dann in der Nähe gelebt, was für die Ferne schon lange so war, und es kamen Antworten, die Nähe in der Distanz vermittelten.

Einmal habe ich sogar auf eine Predigt, in einem (räumlich entfernten) Online-Gottesdienst, die mir sehr nahe ging, mit einer E-Mail reagiert und eine Nähe schaffende Antwort bekommen, »Dank Corona«.

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Alle Beiträge des Erzählprojektes »Die Liebe in Zeiten von Corona«

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