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Individuell und kollektiv

vom 20.11.2021
von Heidemarie Langer, Hamburg

Gedanken zum Klima – individuell und kollektiv

Wir waren mitten in einem Gruppentreffen und Debatten zu notwendigen nächsten Schritten in die Zukunft, als ich plötzlich einen Hustenanfall bekam, der leider so stark war, dass die anderen rasch ihre Masken hochzogen und sich vermutlich fragten, ob ihnen Corona oder sonst etwas Ansteckendes drohe.

»Kriegste auch Luft zum Atmen?«, fragte mich meine Nachbarin und öffnete ein Fenster. Während sich mein Husten beruhigte und die anderen mit der Diskussion fortfuhren, gingen mir immerfort ihre Worte nach: »Kriegste auch Luft zum Atmen?«

Ist es nicht ein inneres Thema unserer Debatte?, dachte ich. Atmen können. Wir sind auf Natur und Luft angewiesen, um atmen zu können. Wir wären sonst nicht hier – und die anderen – und die Zukunft.

»Kriegste auch Luft zum Atmen?«

Bilder tauchten in mir auf, wo Menschen nach Luft ringen, und andere, wo wir uns selbst die Luft zum Atmen nehmen. Atmen können – Luft zum Leben – unser aller Zusammenatmen. Ich spürte, wie gern ich gemeinsam mit allen in der Gruppe einen Moment still wäre – und konnte es nicht aussprechen.

Es würde die Gespräche unterbrechen und vielleicht als peinlich belehrend ankommen. Zu nah – würde es fremd klingen: eine Schweigeminute im Lebensatem. Oder?

»Findet ihr nicht auch, dass es hier inzwischen sehr frisch wird?«, sagte meine Nachbarin und schloss das Fenster.

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Alle Beiträge des Erzählprojektes »Die Liebe in Zeiten von Corona«

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