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In diesen Zeiten …

vom 07.04.2020
von Ingrid Hassmann, Voerde

Ich könnte über das Elend schreiben
oder das, woran wir gedanklich jetzt leiden,
über Pläne, die ein Virus zunichtemacht,
oder Sorgen, die Menschen quälen zur Nacht.

Könnte schreiben über Angst und Verunsicherung
in Zeiten der verbotenen Annäherung,
über geschlossene Cafés und Arbeitsplatzangst,
Existenzbedrohung, um die du jetzt bangst.

Ich könnte schreiben über Masken, die noch fehlen,
und Menschen, die heutzutag‘ Klopapier stehlen,
die Zeitumstellung, das Finanzpaket,
Enkel fragen sich, wie‘s wohl der Oma geht.

Könnte schreiben über solche, die systemrelevant,
deren Fähigkeiten zuvor lange verkannt,
über die Unsicherheit der 2020-Abiturienten
und das eilige Austeilen von Sterbesakramenten.

Ich könnte schreiben über neue Solidarität
und wer jetzt für wen den Rasen mäht,
über den Ausfall gebuchter Urlaubsreisen;
stattdessen wird man das Homeoffice preisen.

Aber:
Ich schreibe über Klatschen und Singen auf Balkonen,
um ungewöhnlichen Pflegeeinsatz zu belohnen,
über ein ganz besonderes Gemeinschaftsgefühl,
in welches ein jeder sich einfügen will.

Ich schreibe über Hilfegruppen, die unterstützen
und viele Bedürftige vor Ansteckung schützen.
Ja, die Grenzen der Freiheit sind eingeschränkt,
weil maßgeblich davon unser Leben abhängt.

Ich schreibe, dass sich alles so verkehrt anfühlt
und außerdem die Emotionen aufwühlt,
ja, es blüht uns vieles –
aber der Frühling auch!

Bleibt zu Hause, so liest man auf warnenden Postern,
in diesem Sinne wünsch ich herzlich: *Gesunde* Ostern!

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Alle Beiträge des Erzählprojektes »Die Liebe in Zeiten von Corona«

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