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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 1/2015
Die bedrohte Demokratie
Der Inhalt:
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Gott und der Urknall

von Frank Vogelsang vom 16.01.2015
Mancher meint, mit naturwissenschaftlichen Theorien Grundfragen des Daseins beantworten zu können. Davor kann die Religion nur warnen. Auch Bilder vom Ursprung des Universums geben auf die entscheidenden Fragen keine Antwort. Die Welt bleibt letztlich ein Geheimnis
Die Welt, ihre Entstehung, ihr Sinn: ein Rätsel, trotz aller Erkenntnisse der Naturwissenschaften. Bilder suggerieren Wissen, wo sich oft eher Fragen auftun. (Foto: PA/diekleinert.de/Mario Heyer)
Die Welt, ihre Entstehung, ihr Sinn: ein Rätsel, trotz aller Erkenntnisse der Naturwissenschaften. Bilder suggerieren Wissen, wo sich oft eher Fragen auftun. (Foto: PA/diekleinert.de/Mario Heyer)

Stellen Sie sich vor, Sie sind auf einer Party. »Die Welt gibt uns Rätsel auf«, sagt ein Partygast zum anderen. »Woher kommen wir, wohin gehen wir?« – »Na, wir wissen zumindest, woher wir kommen: Am Anfang war der Urknall!«, entgegnet sein Gegenüber. Die Umstehenden nicken, sie vertiefen das Thema nicht weiter. Mit dem Hinweis auf den Urknall kann man schnell Einverständnis erzielen. Wenn man vom Urknall redet, befindet man sich auf sicherem Grund, auf wissenschaftlich vermessenem Terrain. Man stelle sich vor, der andere hätte geantwortet: »Na, wir wissen zumindest, woher wir kommen: Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde!« Diese Bemerkung hätte sicher Widerspruch ausgelöst. Sie ist ohne Zweifel problematischer, erklärungsbedürftiger.

Im Grunde geht es bei einem solchen beiläufigen Partythema gar nicht um wissenschaftliche Theorien, sondern um Grundfragen unseres Daseins. Das gilt auch für den Hinweis auf den sogenannten Urknall. Denn dass es bei der Urknalltheorie um reine Wissenschaft gehe, kann man mit Fug und Recht bezweifeln.

Isaac Newton ging von einem ewig währenden Raum aus

Die wissenschaftliche Erforschung des Kosmos ist schon alt. Die physikalische Theorie Isaac Newtons (1643-1727) hat gut zwei Jahrhunderte die Vorstellung vom Kosmos bestimmt. Gerade in der Beschreibung der Planetenbahnen hatte sie sich sehr gut bewährt. Die Welt Newtons hatte aber aus theologischer Sicht einen gravierenden Nachteil: Sie ging von einem ewig währenden, absoluten Raum aus. Wie sollte diese Annahme mit der Schöpfung der Welt durch Gott harmonisiert werden? Diese Theorie kannte keinen kosmologischen Anfang.

Die Erleichterung unter den Theologen war deshalb g

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