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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 4/2012
Ende eines Traums?
Die Zukunft der arabischen Revolution
Der Inhalt:

Die Wahrheit der Religionen

von Ursula Rüssmann vom 02.03.2012
»Was würde ich glauben, wenn ich ein Hindu wäre?« Der Theologe Klaus von Stosch möchte die anderen Religionen ernst nehmen - und den christlichen Glauben bereichern. Über Fragen und Antworten der Komparativen Theologie
»Wir Christen müssen unsere Identitäten nicht in Abgrenzung von anderen Religionen, sondern im Dialog mit ihnen finden«, sagt Klaus von Stosch, der wichtigste Vertreter der Komparativen Theologie im deutschsprachigen Raum (Foto: epd/Neumann)
»Wir Christen müssen unsere Identitäten nicht in Abgrenzung von anderen Religionen, sondern im Dialog mit ihnen finden«, sagt Klaus von Stosch, der wichtigste Vertreter der Komparativen Theologie im deutschsprachigen Raum (Foto: epd/Neumann)

Irgendwann als junger Katholik hat sich Klaus von Stosch gefragt: Wie würde ich glauben, wenn ich in Indien aufgewachsen wäre, als Hindu, als Muslim? Denn da war nicht nur der eigene, »zutiefst stimmig empfundene« christliche Glaube, da waren auch andere Einflüsse. Zum Beispiel der marokkanische Schwager: Der gläubige Muslim, Ehemann von Stoschs Schwester, habe ihn ungeheuer fasziniert, erinnert sich der Paderborner Theologieprofessor heute. »Da tauchte sofort die Frage auf: Wie ist das für Menschen in anderen Kulturen? Und wie geht beides zusammen: Meine Wahrheit und ihre?«

Die Fragen der Kinder

Solche Fragen stellen in einfacheren Worten heute schon Grundschulkinder, wenn sie erleben, dass ihre muslimischen Freunde am Zuckerfest schulfrei haben und das Weihnachtsfest nicht feiern. Und oft bekommen sie keine wirkliche Antwort. Es sind zugleich die Kernfragen der Komparativen Theologie, auf die Klaus von Stosch seit drei Jahren an der Universität Paderborn nach wissenschaftlichen Antworten sucht.

Klaus von Stosch ist im deutschsprachigen Raum der wichtigste Vertreter der Komparativen Theologie. Er forscht in enger Zusammenarbeit vor allem mit muslimischen Theologen, hat im Herbst vergangenen Jahres Gastvorlesungen im iranischen Ghom gehalten und kürzlich zusammen mit dem islamischen Religionspädagogen Mouhanad Khorchide in der Jerusalemer Dormitio-Abtei gelehrt.

Wegweiser in die Welt der Religionen

Den Studierenden hier wie dort bringt der Hochschullehrer nahe, worum es der hierzulande noch jungen Strömung der Religionstheologie geht: Wege zu suchen, wie Christen andere religiöse Überzeugungen wertschätzen können, ohne dabei die eigenen aufzugeben oder zu verwässern. Die Komparative Theologie sei ein »Wegweiser in der

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