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Die Maske macht etwas mit uns

vom 16.07.2020
von Carola Biermann, Steinbach

Das Maskentragen macht die Menschen gleicher: Alle müssen in den Geschäften eine Maske tragen. Und wohin schaut man bei einem Menschen zuerst? Ins Gesicht, weil man wissen möchte, kenne ich diese Person oder kenne ich sie nicht. Und was sieht man? Lauter Maskenträger, die man oft schwer als Bekannte identifizieren kann. Die Masken nehmen uns – wie zum Beispiel eine Schuluniform – einen Teil der Individualität, haben aber eine noch weitreichendere Wirkung: Da sie zwei Drittel des Gesichts bedecken – den Spiegel unserer Seele – kann man nur an den Augen und der Stimme erahnen, ob jemand freundlich, unfreundlich oder gleichgültig ist.

Hinter den Maskenträgern verbergen sich zwei Gruppen: für die einen ist sie ein lästiger Zwang, für die anderen eine zwar lästige, aber vernünftige Notwendigkeit. Da man den Menschen nicht hinter die Maske schauen kann, verraten uns Umfragen, wie das zahlenmäßige Verhältnis der beiden Gruppen zueinander ist.

Die Maske ist ein wichtiger Schutz: Im öffentlichen Raum ist sie als Vermummung verboten, jedoch zur Bekämpfung der Corona-Pandemie erlaubt.

Die Maske zwingt viele Frauen zu einer gewissen Natürlichkeit: Ein Make-Up auf Nase und Wangen und die Farbe des Lippenstifts landen unweigerlich in der Maske. Eine derartige Verschönerung kann Frau sich in Corona-Zeiten sparen.

Die Maske hat die Kreativität beflügelt: Unzählige Menschen setzten sich an ihre Nähmaschinen, um Unmengen Masken verschiedenster Farben, Muster und Formen zu nähen und mit anderen Menschen zu teilen. Nur einige Wenige sieht man, die sich einfach nur ein Tuch vor Nase und Mund binden. Auf jeden Fall wurde durch die kreierte Maskenmode wieder ein wenig Individualität zurückerobert.

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Die Maskenherstellung hat uns zu selbständig und gemeinschaftlich handelnden Bürgerinnen und Bürgern gemacht.

Man sieht, die Maske macht etwas mit uns – und das ist nicht nur negativ.

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Alle Beiträge des Erzählprojektes »Die Liebe in Zeiten von Corona«

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