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Der Ruf des Engels

vom 15.04.2020
Von Volker Patalong, Langenbach
Der Ruf des Engels aus dem brennenden Dornbusch (Figur und Foto: Volker Patalong)
Der Ruf des Engels aus dem brennenden Dornbusch (Figur und Foto: Volker Patalong)

Der Ruf des Engels aus dem brennenden Dornbusch

Seht ihr die Erde in meinem Arm,
seht ihr sie?
Es ist eine Erde,
unteilbar, schutzwürdig, gewaltig groß
und doch auch endlich und manchmal klein,
am Herzen gehalten
all die Bäume und Pflanzen,
die Tiere und Kleinstlebewesen,
alles, was lebt in und auf der Erde,
das Wasser, die Wolken, die Luft
und das Feuer,
das noch immer in der Erdmitte wohnt,
die Menschen, die darauf leben,
die Kinder wie die Älteren und Alten,
geboren und sterbend auf dieser Erde.

Seht hinauf zu dem schöpferischen Gott,
aus dem alles Geschaffene stammt,
geschaffen aus der Liebe,
beugt eure Knie und berührt in Demut die Erde,
dass ihr sehend werdet
– und es ist ein inneres Sehen, ein Erkennen des Herzens –
wie verbunden alles ist,
wie über die Maßen verwoben geschaffen
in seiner Vielfalt
in seiner Eigenart
in seiner Schönheit
in seiner Vergänglichkeit
in seinem Rhythmus
und der Mensch ein Teil davon,
eingebunden in die Gesetzmäßigkeiten der Schöpfung.

Alles zu verstehen
– und noch weniger: in der Hand zu haben –
auf dieser Erde
ist dir, Mensch, nicht gegeben!
Gegeben ist dir, zu halten an deinem Herzen,
was dir heilig ist an dieser Erde
– heilig im Sinne von: Gott nahe; gut so, wie es geschaffen ist –
was dir am Herzen liegt,
wofür du brennst,
und damit der Erde etwas von der Wärme zurückzugeben,
die die Kälte einer schamlosen Ausbeutung
von Ressourcen, Natur und Menschen
der Erde genommen hat.

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Es ist die Wärme des Herzens,
die es gilt wieder zu entzünden,
das Spüren und Zulassen der Schmerzen,
die die Verletzung
von Mutter Erde und ihren Lebewesen hinterlassen hat,
das Wahrnehmen der Schönheit,
der Vollständigkeit und Güte des ursprünglich Geschaffenen,
die nicht du, Mensch, in die Welt gesetzt hast.
Dann, nur dann
wird der brennende Dornbusch
dich, Mensch, nicht versengen.

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Alle Beiträge des Erzählprojektes »Die Liebe in Zeiten von Corona«

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