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vom 03.12.2020
von Jutta Warko

Herr, meine Feinde umringen mich,
von allen Seiten stürzen sie auf mich ein.

Kaum trete ich vor die Tür, sind sie zugegen;
verlasse ich das Haus, sind sie schon da.

Wohin ich mich auch wende,
schallt es mir entgegen: Gefahr!
Immer lauter schrein ihre Stimmen:
kehr um, weg von hier, Abstand, Abstand!

Wie bei einer Treibjagd brüllen sie mich ins Netz;
immer fester zieht sie sich zu, die Schlinge um meinen Hals.

Mir schwinden die Sinne in diesem Geschrei;
wo ist Deine Stimme, Herr, in diesem Tumult?

Wo bist Du, der den Stürmen Einhalt gebietet?
Der übers tosende Wasser schreitet und sagt: Komm!?

Du bist es doch, der mich mitten unter die Menschen gestellt hat!
Deinetwegen muss ich mich doch zur Zielscheibe machen für Viren und Ignoranten!

Wo bleibt Deine Hilfe, Herr, wenn jede Begegnung zur Quelle neuer Gefahren wird?
Wo bleibst Du, Herr, wenn Angst und Einsamkeit das Leben im Keim ersticken?

Du hast doch alles gemacht, Herr,
Himmel und Erde sind Dein.

Kein Spatz fällt vom Himmel, ohne dass Du es weißt.
Selbst das Virus hast Du in der Hand.

Kann ich das wirklich glauben, Herr?
Darf ich darauf vertrauen, dass Du meine Vertrauten schützt, wenn mit mir das Virus kommt?

Gott, Dir haben unsere Vorfahren vertraut.
Ihnen verdanken wir diese tröstlichen Lieder.

Lass mich weitergehen in dieser Spur,
denn ich setze meine Schritte auf bewährten Grund.

Birg mich im Schatten Deiner Flügel, Herr,
und halte uns sicher in Deiner Hand:

das Virus und mich.

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Alle Beiträge des Erzählprojektes »Die Liebe in Zeiten von Corona«

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