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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 24/2019
Respekt. Vertrauen. Versöhnung
Was der Mensch zum Leben braucht
Der Inhalt:

Personen und Konflikte

vom 20.12.2019

Regina Elsner, Expertin für orthodoxe Kirchen in Osteuropa, glaubt, dass sich der innerorthodoxe Kirchenkampf in der Ukraine ein Jahr nach Gründung der eigenständigen Orthodoxen Kirche der Ukraine entspannt hat. »Die Politisierung der Kirchenfrage ist vorerst vorbei«, sagte sie dem Osteuropa-Hilfswerk Renovabis. Im Unterschied zu seinem Amtsvorgänger versuche der neue ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nicht, Religionsfragen politisch zu verzwecken. Dies eröffne den Kirchen Chancen, ihre Beziehungen zu klären. Vor einem Jahr hatte sich die neue Kirche aus zwei der drei in der Ukraine bestehenden orthodoxen Kirchen gegründet. Sie ist vom Ehrenoberhaupt der Weltorthodoxie, dem Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I. von Konstantinopel, sowie zwei weiteren orthodoxen Landeskirchen anerkannt. Die russisch-orthodoxe Kirche sieht darin eine häretische Kirchenspaltung. Laut Elsner rechnen sich rund 13 Prozent der Ukrainer der neuen Kirche und zehn Prozent der Moskau zugehörigen Kirche zu. Jeder dritte Bürger verstehe sich jedoch nur als »orthodox«. Die Bevölkerung sei »einfach müde von den Kirchenfragen«. Deren Patriarchen stünden vor der Aufgabe, ihre »Machtkämpfe« zu beenden.

Norbert Lüdecke, katholischer Kirchenrechtler, wirft den Bischöfen mit Blick auf die Entschädigungen für Missbrauchsopfer »Verschleppung« vor. Statt zügig zu zahlen, hätten sie »eine Kirchensteuerdiskussion losgetreten«, schreibt er in der Frankfurter Rundschau. Auf der Bischofsvollversammlung in Fulda hatte Bischof Stefan Ackermann gemeinsam mit Matthias Katsch von der Opferinitiative »Eckiger Tisch« Varianten zur Entschädigung vorgestellt (vergleiche Publik-Forum 19/19, Seite 10). Es ging um Schmerzensgeld in Höhe von bis zu 300 000 Euro pro Opfer. Daran entzündete sich eine Diskussion, inwiefern Kirchensteuermittel dafür verwendet werden können. Lüdecke wirft den Bischöfen Taktik vor. Statt »mit gutem Beispiel voranzugehen«, wollten sie abwarten, wie sich Sportverbände, die evangelische Kirche und »andere Täterorganisationen« verhalten, »wohl wissend, dass damit eine Entschädi

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