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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 24/2019
Respekt. Vertrauen. Versöhnung
Was der Mensch zum Leben braucht
Der Inhalt:

Geht doch: Schulen gerettet

von Thomas Bastar vom 20.12.2019
Kleine Erfolge, aber weiterhin viel Elternfrust im Hamburger Schulstreit
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Das Erzbistum Hamburg will zwei Grundschulen, die geschlossen werden sollten, nun doch weiterbetreiben. Im vergangenen Jahr hatte das Erzbistum aufgrund einer erheblichen Überschuldung das Auslaufen bzw. die Umstrukturierung von acht katholischen Schulen verkündet. Die Pläne stießen auf heftige Proteste. Modelle, wie man die Schulen genossenschaftlich weiterführen könnte, wurden vom Bistum verworfen. Jetzt heißt es seitens des Erzbistums, man habe externe Unterstützung durch Sponsoren gewinnen können. Auch die beiden Schulen hatten intensiv um Spenden für geworben. Am Ende waren insgesamt 2,9 Millionen Euro für die Schule im Stadtteil Harburg zusammenkommen und 4,2 Millionen Euro für die Barmbeker Sophienschule, darunter eine Millionenspende einer Unternehmerfamilie aus dem Immobiliensektor. Allerdings reiche das Geld in Harburg laut Erzbistum nur für den Erhalt des dortigen Grundschulzweigs, nicht aber für die Stadtteilschule. Sie wird ebenso auslaufen wie das Harburger Gymnasium. »Es ist ein großer Verlust; wenn wir eine missionarische Kirche sein wollen, brauchen wir die Sekundarstufe«, sagt dazu der Schulleiter des Harburger Niels-Stensen-Gymnasiums, Winfried Rademacher. Von ehemals 17 katholischen Grundschulen bleiben so künftig noch 13 übrig, von den drei Gymnasien zwei, von den sieben Stadtteilschulen nur zwei. »Der systematische Rückzug aus den Stadtteilschulen steht in starkem Widerspruch zum sozialen Auftrag der katholischen Kirche und wird negative Folgen für das katholische Schulsystem in Hamburg haben«, monierte die Gesamtelternvertretung der Hamburger katholischen Schulen. Bisher standen die katholischen Schulen in Hamburg nicht für Elitebildung, sondern wiesen eine sozial sehr gemischte Schülerschaft auf. Für Unmut unter Hamburgs Katholiken hatte die Tatsache gesorgt, dass der Entschluss zur Schulschließung im vergangenen Jahr ohne Elternbeteiligung verkündet worden war. Auch der Abbruch der Verhandlungen mit der aus Elternkreisen gegründeten Schulgenossenschaft, die eine weitgehende finanzielle Unterstützung für die Schulen zugesagt hatte, ließ viele resignieren. An Investitionsbedarf für die beiden jetzt geretteten Schulen gibt das Erzbistum rund 25 Millionen Euro an. Die Deckungslücke zwischen dem Spendenergebnis von rund sieben Millionen Euro und den realen Kosten lasse sich aber weitgehend schließen, erklärte Bistumssprecher Christoph Schommer: durch öffentliche Mittel, die Vermietung der Turnhallen und anderer Schulräume sowie durch weiteres Fundraising. Doch die für 2021 geplante deutliche Schulgelderhöhung wird vermutlich für weiteren Ärger sorgen.

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