Zur mobilen Webseite zurückkehren
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 24/2019
Respekt. Vertrauen. Versöhnung
Was der Mensch zum Leben braucht
Der Inhalt:

Buchbesprechungen

vom 20.12.2019

Barbara Manterfeld-Wormit/
Frank-Michael Theuer/
Reinold Truß-Trautwein (Hg.)
Achtsam streiten
edition chrismon.
256 Seiten. 16 €

Die Herausgeber, evangelische Senderbeauftragte für den rbb beziehungsweise das Deutschlandradio, wollen die Streitkultur stärken und zugleich für eine respektvolle Auseinandersetzung werben. Beide Anliegen sind beherzigenswert. Neben dreißig Texten von Theologen und Publizisten (manchmal fällt beides zusammen) finden sich 15 so kleine wie feine Beiträge aus der Feder Angelika Oberts, der langjährigen Rundfunk- und Fernsehbeauftragten der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg. Ein Kleinod ist der nuancierte Text Anne Gidions über »Die Kunst, leicht zu sprechen«. Auch wenn sich nicht alle Beteiligten strikt am vorgegebenen Thema orientieren, ist dieses Büchlein überaus empfehlenswert. Kritisch ließe sich anmerken: Positionen, gegen die sich die meisten Texte richten, kommen nicht zu Wort. So entsteht ein gewisser Konformismus. In einer Schrift, die der Streitkultur dient, muss das nicht sein. Eine Antwort auf Markus Dröges Frage »Kann man mit Rechtspopulisten sachlich streiten?« wäre der Kultur des Streits dienlich gewesen. Eckhard Jesse

Joachim Bauer
Wie wir werden,
wer wir sind

Blessing. 256 Seiten. 22 €

Der Mensch wird ohne Selbst geboren, denn unser Ich ist das Produkt von Resonanzen unserer gesellschaftlichen Erfahrungen. Was Martin Buber philosophisch durchdrang: »Der Mensch wird vom Du zum Ich« – die Neurowissenschaft bestätigt das heute. »Wenn Kinder und Jugendliche unterversorgt sind, bleibt das eigene Selbst leer.« Das Selbst verhungere gleichsam und dies führe zur Unfähigkeit, sich spüren zu können. Der Autor, Neurowissenschaftler, Psychotherapeut und Arzt versteht es, die wissenschaftlichen Erkenntnisse einem breiten Publikum nahezubringen. Er erklärt nicht nur, was wir über die Entstehung des Selbst wissen, er zeigt auch auf, wie Individualität entsteht und welchen Gefahren unser Selbst ausgesetzt ist. So verweist er etwa auf das Suchtpotenzial der digitalen Endgeräte, die Eltern davon abhielten, in Kontakt mit ihren Kindern zu kommen. »Mehr als alles andere aber braucht unser

Wählen Sie Ihren Zugang und lesen Sie direkt weiter.

Digital-Zugang
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen
Digital-Zugang für "Publik-Forum"-Print-Abonnenten
  • Ergänzend zu Ihrem Print-Abonnement
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen