Atomgrab auf Atoll wird brüchig
Sandstrände, türkisfarbenes Meer – die Marschall-Inseln im Pazifik machen sich in Urlaubsprospekten gut. Doch die Idylle trügt, zumindest auf dem kleinen Eiland Runit, das zu ihnen gehört. Denn dort gibt es einen untertassenförmigen Betonbunker von rund hundert Metern Durchmesser, in dem 85 000 Kubikmeter atomarer Abfall lagern. Die Los Angeles Times berichtet nun, dass der steigende Meeresspiegel dem fünfzig Zentimeter dicken Betondeckel aus den 1970er-Jahren zusetzt (www.latimes.com/projects/marshall-islands-nuclear-testing-sea-level-rise/). Sollte er brechen, gelängen nukleare Abfälle ins Meer. Bereits vor zwei Jahren zeigte ein australisches TV-Team, dass sich in der Kuppel Risse gebildet haben. Das Problem: Die Halbwertszeit des Plutonium 239 beträgt 24 000 Jahre. Und die USA, die den verstrahlten Schutt produziert haben, fühlen sich laut LA-Times für das als Provisorium gedachte Lager nicht zuständig.
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