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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 24/2017
Was Menschen wirklich brauchen
Ein Gespräch mit dem Soziologen Hartmut Rosa über die Sehnsucht nach Resonanz
Der Inhalt:

Pro und Contra: Sind Hausgeburten zu verantworten?

vom 22.12.2017
Die meisten Kinder kommen heute im Krankenhaus zur Welt. Doch manche Frauen entscheiden sich bewusst dafür, ihr Kind zu Hause oder in einem Geburtshaus zur Welt zu bringen. Aber ist das nicht ein zu großes Risiko? Oder doch der beste Ort für eine natürliche Geburt?

Ja, Geburt gehört nach Hause!

Hausgeburten sind nicht nur zu verantworten, sondern sie sind absolut zu befürworten. Gesunde Schwangere und Gebärende sind zu Hause einfach besser aufgehoben als in einem Krankenhaus. Vorausgesetzt, sie werden von einer kompetenten Hebamme begleitet.

Der große Vorteil einer Geburt zu Hause ist, dass dort keine Interventionen stattfinden. Die Frau entbindet in ihrem Tempo. Denn alles, was den Beginn oder die Häufigkeit und Stärke der Wehen manipuliert, greift in das komplexe Geschehen der natürlichen Geburt ein. Viele dieser Interventionen im Krankenhaus führen dazu, dass die Wehen sehr stark und sehr schmerzhaft werden. Starke Schmerzen produzieren große Angst, die sorgt für starke Verspannung. Dann folgt die nächste Intervention. Der regelrechte, also der normale Verlauf wird mehr und mehr gestört.

Der geschützte Raum zu Hause bietet beste Voraussetzungen dafür, dass die Hormone, die für eine gut verlaufende Geburt sorgen, fließen können. Deshalb gehört Geburt nach Hause. Bei einer geplanten Hausgeburt lernt die Hebamme die Frau, ihren Partner und ihr Umfeld schon lange vor der Geburt kennen. Durch die regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen, die zumeist zu Hause stattfinden, entsteht ein Vertrauensverhältnis. Und die Hebamme erkennt dabei auch frühzeitig Risiken. In diesem Fall überweist sie die Schwangere zu ihrer Gynäkologin. Im Idealfall betreuen Hebamme und Gynäkologin die Schwangere dann gemeinsam weiter.

In den 14 Jahren meiner Tätigkeit als Hausgeburtshebamme, in denen ich jährlich 25 bis 35 Geburten begleite, musste ich erst einmal eine Frau als echten Notfall in die Klinik verlegen. In dem Jahr mit den meisten Verlegungen – die aber keine Notfälle waren – lag die Verlegungsrate bei zwölf Prozent, das waren vier von 34 Frauen.

Nein, sie sind viel
zu riskant!

Wie toll das klingt: »Gebären zu Hause« – in vertrauter Umgebung, in der Obhut einer Wunschhebamme, die mit Empathie das Zutrauen in den eigenen Körper stärkt, ohne Technik und ohne bevormundende Menschen in Weiß. Weniger Interventionen, weniger Medikamente. Was nicht zur Sprache kommt, ist die Tatsache, dass bis zu über einem Drittel der Frauen, die eine Geburt zu Hause oder im Geburtshaus beginnen, doch noch wegen Komplikationen in eine geburtshilfliche Klinik verlegt w

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