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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 24/2017
Was Menschen wirklich brauchen
Ein Gespräch mit dem Soziologen Hartmut Rosa über die Sehnsucht nach Resonanz
Der Inhalt:

Frohe Botschaft, leicht gesagt

von Michaela Schneider vom 22.12.2017
Wie lassen sich die Texte der Bibel so formulieren, dass sie einfacher werden – ohne dass ein Kuschelevangelium entsteht?

Anfangs war sich Claudio Ettl nicht sicher: Darf und kann man die vieldeutigen, komplexen Texte der Evangelien in leichte Sprache übersetzen? Inzwischen sagt der Theologe: »Wir müssen, sonst gibt es keine Bibeltexte für Menschen mit Lernbeeinträchtigung.« Der 49-Jährige arbeitet mit im Projektteam »Evangelium in Leichter Sprache«. Dabei handelt es sich um eine Kooperation des Katholischen Bibelwerks Stuttgart mit dem Katholischen Bibelwerk im Erzbistum Bamberg und der Akademie Caritas-Pirckheimer-Haus (CPH) in Nürnberg. Seit 2012 leitet Ettl an der mittelfränkischen Akademie das Ressort »Theologie, Spiritualität, Philosophie«.

Jede Woche stellt das Projektteam eine Übersetzung des Evangeliums inklusive der eigens gefertigten Illustration eines Künstlers auf die Internetseite www.evangelium-in-leichter-sprache.de – als Vorbereitung auf den nächsten Sonntagsgottesdienst. Eine beigefügte Erklärung erläutert die Entstehungsgeschichte. Denn was man zunächst nicht meinen mag: Neun bis zehn Wochen Arbeit stecken in jedem Text in leichter Sprache. Die Herausforderung ist es dabei, ihn verständlich zu machen, ohne ihn zu verfälschen. Es braucht kurze Sätze und kleinschrittige Sinnzusammenhänge, Fremdwörter sind zu übersetzen oder zu erklären. Der unausgesprochene Inhalt eines Wortes muss direkt ausgedrückt werden, Gleiches gilt für Symbole und Bilder. Schwierig wird es laut Ettl bei Themen wie der Heilung des Gelähmten, denn: Wie geht man mit dem antiken Bild um, das körperliche Gebrechen häufig als Strafe für Fehlverhalten, für Sünde deutet? »Für Menschen mit Behinderung ist das ein Problem«, sagt der Theologe – zumal negative Texte oft eine extreme Wirkung auf die Zielgruppe ausübten. Hier brauche es positive Formulierungen, ohne dass ein »Kuschelevangelium« entstehe.

Die erste Übertragung in leichte Sprache übernimmt Schwester Paulis Mels vom Orden der Franziskanerinnen. Von der Ordensschwester und Heilerziehungspflegerin ging seinerzeit auch die Initiative zum Projekt aus. Sie feierte regelmäßig mit geistig behinderten Menschen Gottesdienste und wollte ihnen das Wort Gottes auf diese Art näherbringen. Bei einer Fortbildung im Caritas-Pirckheimer-Haus schlug sie vor, die Texte öffentlich zugänglich zu machen. Schwester Paulis Mels’ erste Textversion wird einer Prüfgruppe mit Schwerstb

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