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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 24/2016
Warum ich (nicht) bete
Der Inhalt:

»Ich akzeptiere, dass es mehr gibt«

von Bodo Ramelow vom 16.12.2016
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Beten? So was Altmodisches, Merkwürdiges, gar Anstößiges. – Nein, ich bete doch nicht! Oder doch? Und wenn doch, dann heimlich oder still oder auch nur verschämt. Warum eigentlich tun wir uns so schwer mit der Religion in unserem Land? Es ist schon seltsam, dass die Gebete anderer Religionen, etwa der Muslime, die sich gen Mekka verneigen, als anstößig angesehen werden – ausgerechnet von denen, die gerne vom christlichen Abendland sprechen, aber offensichtlich mit ihrem Glauben und mit dem Glaubensbekenntnis wenig bis gar nichts am Hut haben. Ich jedenfalls bete. Auf meine Art: mal still, mal gesprochen oder auch gesungen. Gottes Lobpreisung in einem Lied oder Meditieren in einer schönen Landschaft sind für mich Kraftquellen. Ich gehe damit nicht heimlich um, aber ich zeige es auch nicht jedem. Ich möchte es möglichst vermeiden, mich betend auf Fotos oder Filmen wiederzufinden. Es sei denn, es ist ein Gottesdienst, der im Fernsehen übertragen wird. Dann kann ich mich ja schlecht entziehen. Aber wann und wo ich in den Gottesdienst gehe, verrate ich nicht, sondern lebe meinen Glauben auf meine Art und in meiner Gemeinde. Bin ich auf Reisen, ist es mir eine Freude, eine Dorfkirche zu besuchen oder auch an einer Andacht teilnehmen zu können. Ich bete nicht, weil ich den Kinderglauben hätte, dass der liebe Gott herabsteigt und meine Probleme löst. Nicht, weil ich dem lieben Gott die Verantwortung geben möchte für Dinge, die mir nicht gelingen. Sondern schlicht und ergreifend, um Zwiegespräch zu halten mit einer Kraft, die weit mehr ist, als in Büchern beschrieben steht oder die Schulweisheit uns lehrt und die Wissenschaft erforscht. Ich akzeptiere schlicht, dass es mehr gibt als das, was menschlicher Geist alleine zu fassen vermag. Und dieses Mehr möchte ich nicht näher durchdringen, sondern still akzeptieren und von der Kraft schöpfen. So bete ich universell für und mit der Kraft, die uns stärkt. Und so begleitet mich an meinem Arbeitsplatz auch ein Schutzengel, auf den ich ab und zu einen Blick werfe und dabei schon im stillen Gebet bin. Ein in der Gemeinde gesprochenes Vaterunser gibt mir aber auch Kraft, wenn ich die vielen unterschiedlichen Stimmen höre, die sich darauf konzentrieren, ein uraltes gemeinsames Gebet als Fundament unseres Glaubens zu sprechen. Das Christliche im Abendland ist eben unser Christsein und die Erkenntnis, dass uns jeder Mensch gleich viel wert ist.

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