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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 24/2015
Friede auf Erden!
Navid Kermani über die Macht der Feindesliebe und das Geheimnis Gottes
Der Inhalt:

»Ich bleibe dabei«

von Anita Rüffer vom 18.12.2015
Der Freiburger Hansjörg Koch verkauft seit 37 Jahren Christbäume zugunsten von Kindern in Peru

Alle Jahre wieder bin ich dabei, wenn der »Arbeitskreis Lima« in meiner Pfarrei Christbäume verkauft. Angefangen hat es 1977: Von meinem Fenster aus beobachtete ich, wie die Jugendgruppe bei der benachbarten Anna-Kirche vor Weihnachten Plätzchen verkaufte, um damit ein Kinderheim in Lima zu unterstützen. Eine aus der Gruppe hatte die Not der 67 Kinder dort miterlebt.

Das Engagement der jungen Leute hat mir imponiert, und ich wollte sie unterstützen. Ich war gerade in den Pfarrgemeinderat gewählt worden. Der machte nicht mit, aber einige junge Gemeindemitglieder waren Feuer und Flamme. Auftrieb gab uns der Katholikentag, der 1978 in Freiburg stattfand. Wir hatten dort einen Stand: Der Renner war unser Re cyclingpapier. Das gab es noch nirgends. Wir hatten es in der Schweiz besorgt. Kurz vor Weihnachten kam dann ein junger Mann mit der Idee, Christbäume zugunsten des Kinderheims zu verkaufen. Seine Schwiegermutter besaß einen Wald mit jungen Bäumen auf der Baar, der ausgelichtet werden musste.

Mit drei Autos und Anhängern fuhren wir los, schlugen die markierten Bäume und mussten sie noch ein paar Hundert Meter zur Straße schleppen. Für vier D-Mark pro Meter haben wir im ersten Jahr 72 Bäume verkauft. Viele blieben auch übrig.

Das waren ja keine Plantagenbäume, teils etwas schief oder mit anderen Fehlern, und ich hatte ein bisschen Hemmungen, sie anzubieten. Inzwischen haben wir eine treue Stammkundschaft, und die Bäume gehen weg wie warme Semmeln. Die Leute runden auch für Zweite-Wahl-Bäume großzügig auf. Wir müssen die Bäume nicht mehr selber schlagen: Ein Förster aus dem Markgräflerland erlaubt uns, die übrig gebliebenen Weihnachtsbäume aus seinem Gemeindewald abzuholen. Einer von uns hat Kontakt zu einer Baufirma, die hilft uns beim Transport.

In der Anfangszeit waren wir fast dreißig Leute, jetzt sind wir noch fünf. Es gibt Engagiertere und Kreativere als mich. Ich bin einfach nur der Älteste, der ruhende Pol. Ich bin so ein beständiger Typ, der dabeibleibt, wenn er was für gut befunden hat.

Vor dreizehn Jahren bin ich in Rente gegangen. Davor habe ich in einem technischen Beruf gearbeitet. Seit 1984 hat unsere Baumaktion 23 000 Euro eingebracht. Wir unterstützen heute unterschiedliche Projekte – neben einem Heim für Straßenkinder ein Haus für Behinderte und eine Sozialstation in einem Slumviertel von Lima. Wir n

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