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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 24/2015
Friede auf Erden!
Navid Kermani über die Macht der Feindesliebe und das Geheimnis Gottes
Der Inhalt:

Vorgespräch: Gott suchen im Kosmos?

von Anne Strotmann vom 18.12.2015
Fragen an Pater Christoph Gerhard, der einen Astronomiekurs anbietet

Publik-Forum: Sie bieten Anfang Januar in Münsterschwarzach den Kurs »Astronomie auf Gottsuche« an. Was machen Sie da?

Christoph Gerhard: Wir befassen uns mit der Schöpfung, Kosmologie, Evolution. Wenn das Wetter es zulässt, schauen wir auch durchs Teleskop. Ich schaue mir mit Erwachsenen gerne zuerst den Mond an, weil er so hell ist.

Was hat das mit Gottsuche zu tun?

Gerhard: Der Kurs soll vermitteln, dass Naturwissenschaft und Glaube zwei Sichtweisen auf eine Wirklichkeit sind. Und mit zwei Augen sehe ich mehr als mit einem: Sie ergänzen sich, und dort, wo sie widersprüchlich sind, wird es ja gerade richtig interessant: Als Glaubender werde ich durch naturwissenschaftliche Erkenntnisse manchmal erschreckend infrage gestellt.

Welche Erkenntnisse sind denn erschreckend?

Gerhard: Wenn ich Milliarden Sterne in unserer Galaxie zähle, und Milliarden Galaxien, wenn diese Erde nur ein unbedeutender Planet in irgendeinem Winkel des Weltalls ist … Ja, da frage ich mich mit Psalm 8 wirklich: Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst? Wer ist dann Gott, wenn die Schöpfung so riesengroß ist? Soll ich mich überhaupt trauen, von diesem Gott zu sprechen?

Mit dem Blick ins All ist man ja auch damit konfrontiert, dass das alles irgendwann erlischt.

Gerhard: Ja genau, im Moment sieht es danach aus, dass sich alles zerstrahlt. Wobei wir darüber natürlich keine sichere Aussage machen können. Im Moment hat die Dunkle Energie über die Gravitation die Überhand gewonnen. Aber woher weiß ich, dass sich das in den nächsten zwanzig Milliarden Jahren nicht umkehrt?

Was heißt das für den Glauben?

Gerhard: Vom Glauben her gibt es ein Ende der Welt. Für die Erde steht das in fünf- bis siebenhundert Millionen Jahren an. Dann wird die Sonne einfach zu heiß. Für mich als Mönch gehört es dazu, dass ich mich mit der Endlichkeit konfrontiere und versuche sie auszuhalten, einen Umgang mit ihr zu finden, der wieder ins Leben führt.

Schauen Sie deshalb im Kloster in die Sterne?

Gerhard: Ich wollte eigentlich mal als Astrophysiker den Kosmos erforschen. Als ich dann ins

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