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Freunde für zwei Tage

Am Heiligen Abend des Jahres 1914 lassen Tausende Soldaten plötzlich die Waffen ruhen. Sie tauschen Geschenke aus, singen Lieder und beerdigen gemeinsam die Toten. Warum konnte aus dem kleinen Weihnachtsfrieden kein großer Friede werden?
von Dirk Baas vom 19.12.2014
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Deutsche, Briten, Belgier und Franzosen liegen sich in den flämischen Schützengräben gegenüber. Zerschossen und aufgewühlt ist die Landschaft. Im feuchtkalten Morast der Minenfelder verwesen die Körper Tausender gefallener Soldaten. Zu gefährlich ist es, sie aus dem oft nur einige Dutzend Meter breiten Niemandsland zu bergen. Durch die endlosen Schützengräben kriecht unaufhaltsam die Winterkälte. Stumpf vegetieren die Landser vor sich hin. Der britische Gefreite Frederick W. Heath sitzt trübselig in seinem Unterstand. In Gedanken ist er in der fernen Heimat. Er sinnt darüber nach, wie wohl seine Familie das Fest begeht – ohne ihn. Aus seinen Aufzeichnungen, die am 9. Januar 1915 in der britischen »North Mail« erschienen, wissen wir, wie es zum legendären Weihnachtsfrieden kam, zu den seltsamsten Stunden des Ersten Weltkrieges.

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