Ein Intendant, ein Wort
Warum will einer unbedingt nach Rom? Natürlich, um den Papst zu treffen! Aber für Christoph Nix, Intendant des Stadttheaters Konstanz, gab es in diesem Jahr noch einen anderen Grund. Im November war es genau 600 Jahre her, dass in Konstanz ein Konzil eröffnete wurde, das ein Reformkonzil sein wollte – jedoch am eigenen Anspruch in manchem scheiterte. Einer der schrecklichsten Momente: die Verbrennung des Reformators Jan Hus am 6. Juli 1415. »Ich denke, dass Hus seiner Zeit so weit voraus war, dass er – anders als Luther hundert Jahre später – keinen Schutz genossen hat«, sagt Christoph Nix. Luther sei im Protestantismus gut aufgehoben, Hus dagegen brauche »die Zuwendung des Theaters«, das »sich immer derer annehmen muss, die im Schatten stehen«. Und so wurde der Fall Hus in diesem Jahr mehrfach Thema am Stadttheater, unter anderem mit einem Stück von Theresia Walser, uraufgeführt auf der Freilichtbühne Konstanz am 27. Juni: »Konstanz am Meer – ein Himmelstheater«.
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