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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 24/2014
Handeln, als ob es das Gute gäbe
Weihnachten
Der Inhalt:

Buchbesprechungen

vom 19.12.2014

Shlomo Sand
Die Erfindung des Landes Israel
List. 396 Seiten. 11,99 €

Wer den Staat Israel verstehen will, sollte sich von Mythen und Märchen befreien, die über das »Land des jüdischen Volkes« machtvoll verbreitet werden. Diese Position begründet ausführlich der angesehene Historiker Shlomo Sand, Professor an der Universität von Tel Aviv. Sand, jüdisch-polnischer Herkunft, will mit seinem Buch anregen, den »entschwindenden Traum« festzuhalten, dass Israel die Errichtung eines palästinensischen Nachbarstaates doch noch zulässt. Nur so könne Friede möglich werden auf einem Territorium, das im Rahmen eines maßlos agierenden Zionismus besetzt worden sei. Die Schuld Europas und Amerikas an diesem Zustand wird nicht verschwiegen. Die Vorstellung, dass die Juden ein fest strukturiertes »Volk« seien, weist der Autor zurück. Judentum ist für Sand »nur« eine Religion; das »verheißene Land« sei wesentlich ein »religiöses Symbol«, aber kein politisches Projekt. Unter den heutigen politischen Bedingungen hält Sand am Existenzrecht eines allerdings umfassend friedfertigen (!) Staates Israel fest. Christian Modehn

Brigitte Hargasser
Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge
Brandes & Apsel. 268 Seiten. 24,90 €

In den offiziellen Flüchtlingsstatistiken werden sie nicht extra erwähnt: Kinder und Jugendliche, die allein in Europa landen und eigentlich besondere Aufmerksamkeit und Hilfe bräuchten. Doch die gibt es kaum. Jugendämter und soziale Träger seien nicht auf die besonderen Probleme der jungen Flüchtlinge eingestellt, sagt die Autorin und zeigt auf, was fehlt und wie Sozialarbeit sensibel und liebevoll funktionieren könnte, damit die traumatisierten Kinder und Jugendlichen in Deutschland eine Zukunft haben. In dem Buch kommen junge Flüchtlinge zu Wort. Die meisten von ihnen wurden Schleppern anvertraut, weil ihre Eltern Sicherheit für sie wollten. Vorsichtig formulieren sie die Gründe ihrer Flucht: Krieg, Gewalt, Armut und Hunger. Aber auch ihre Wünsche und Hoffnungen benennen sie. Sie wollen in Deutschland lernen, arbeiten und vielleicht in ihre Heimat zurückkehren. Damit diese Hoffnungen nicht enttäuscht werden, muss sich etwas ändern in der Gesellschaft, bilanziert die Autorin. Monika Herrmann

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