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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 24/2013
Da sein, wo die Wunden der Welt sind
Der Inhalt:

Leserbriefe

vom 20.12.2013

Lobby in der Schule

Zu: »Konzerne im Klassenzimmer« (22/13, Seite 12)

Christine Weber-Herfort hat sich dankenswerterweise über einen der wichtigsten Bereiche unseres Lebens Gedanken gemacht. Nämlich über unsere Kinder und deren Manipulation durch den Markt. Ohne es zu merken, haben wir uns von einer Marktwirtschaft in eine Marktgesellschaft gewandelt. Ist da nicht etwas grundlegend schiefgelaufen? Wir wollen gerade in diesem Bereich bestimmt keine amerikanischen Verhältnisse haben, wo schon in den 1920er-Jahren Ivory Soap den Schulen Seifenriegel spendete. Heute gibt es fast keinen Bereich an Schulen und Universitäten in den USA, der nicht vom Markt infiltriert ist. McDonald’s liefert Bücher und Proben für die Ernährung, Procter & Gamble platziert Lehrmaterial zum Umweltschutz. Die Vermarkter stürmen die Schultore, und in den durch Staatsverschuldungen und Konjunktureinschnitte knapper gewordenen Budgets glaubt man, keine Wahl zu haben: Man lässt sie ein. Dürfen denn Unternehmen gegen Geld alles tun? Anstatt die öffentlichen Mittel aufzubringen, die für die Erziehung unserer Kinder notwendig sind, ziehen wir es vor, ihre Zeit und ihr Denken an Burger King und Coca-Cola zu verkaufen. Wir brauchen dringend mehr Berichte über das, was man für Geld nicht kaufen kann! Rolf Stegmaier, Kirchen

Ja, verschiedene Interessengruppen haben sich aufgemacht, den Lehrern zu »helfen«. Und das Material von Industrieunternehmen ist dem von Einrichtungen der Kultusverwaltung an Anschaulichkeit und Genauigkeit meist weit überlegen. Was mir sehr viel bedenklicher erscheint, ist, dass durch die Schule das ganze Volk auf Microsoft und seine Anwendungen fixiert wird und dass Internet-Recherche zur unabdingbaren Voraussetzung des Lernens geworden ist, ohne dass auch nur die Lehrer die Richtigkeit der Inhalte einschätzen können. Außerdem bedaure ich zutiefst, dass unsere Schüler über die fundamentalen Dinge der Computer-Sciences (zum Beispiel das Entwickeln eigener Programme) heute weniger lernen als vor dreißig Jahren. Karl Heinz Haid, Isny

Dass Ko

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