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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 24/2013
Da sein, wo die Wunden der Welt sind
Der Inhalt:

Fast ein wenig scheu

von Gerhard Rein vom 20.12.2013
Nelson Mandela hat sein Innerstes nie nach außen gekehrt. Auch religiöse Bekenntnisse waren seine Sache nicht
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Das Telefon klingelt. Eine unbekannte Stimme, ein älterer Mann, will seine Geschichte erzählen. Er sei als elf-jähriger Junge mit seinen Eltern nach Südafrika ausgewandert. Dort unter Buren aufgewachsen. Für ihn war immer klar, dass Nelson Mandela ein Terrorist, ein Kommunist war. Er hätte sich sehr gefreut, wenn dieser schwarze Unruhestifter erschossen oder aufgehängt worden wäre. Er habe es bedauert, dass 1964 nur eine lebenslängliche Haftstrafe und nicht die Todesstrafe ausgesprochen wurde. Doch fast fünfzig Jahre später fängt der alte Mann am Telefon an zu weinen. Er hatte gerade vom Tod Nelson Mandelas erfahren.

Wie ist diese Konversion zu erklären? Vom jugendlichen deutschen Rassisten zu einem Anhänger des ersten schwarzen Präsidenten Südafrikas? Mandela-Magic?

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