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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 24/2013
Da sein, wo die Wunden der Welt sind
Der Inhalt:

Buchbesprechungen

vom 20.12.2013

Tilmann Moser
Geld, Gier & Betrug
Brandes & Apsel. 152 Seiten. 14,90 €

Seit der Weltfinanzkrise weiß es jeder: Es wird getäuscht, getrickst, verraten. Heuschrecken sind unterwegs, wie das Titelbild nahelegt. Im modernen Finanzkapitalismus, mit all den Möglichkeiten der neuen Technik sei Betrug leichter möglich als früher, schreibt Tilmann Moser. Im Spannungsfeld zwischen Vertrauen und Betrug würden schillernde Affekte in Form von Neid, Gier, Geiz und Machtstreben sichtbar. In seinem Essay sieht der Psychoanalytiker Gier und in der Folge den Betrug auch im Zusammenhang mit einem mangelnden Selbstwertgefühl, einem destruktiven Familienklima oder starken Geschwisterrivalitäten. Benachteiligungen führten oft zu einem intensiven Streben nach Kompensation. Heute habe sich der Betrug zu einer »neuen Volkskrankheit« entwickelt, die innere moralische Instanzen angreife. Man spürt die persönliche Betroffenheit des Autors. Das verleiht diesen lesenswerten Betrachtungen eine subjektive Note. Christine Weber-Herfort

Moshe Machover
Israelis und Palästinenser – Konflikt und Lösung
Laika. 478 Seiten. 29 €

Diese Aufsatzsammlung hat ein israelischer Aktivist geschrieben, der zwischen 1962 und 2012 tätig war. Moshe Machover, Mitbegründer der Israelischen Sozialistischen Organisation (Matzpen = Compass), ist Antizionist. 1968 ging er nach Großbritannien ins Exil, nachdem die Mitglieder der Organisation zunehmender Verfolgung ausgesetzt waren. In dem Buch werden die vielfältigen Aspekte des israelisch-palästinensischen Konflikts und der israelischen Gesellschaft behandelt. Der Autor verbindet den Kampf für die Befreiung Palästinas mit dem Kampf für den Sozialismus in der gesamten Region. Seine zentralen Thesen: Beide Völker können sich nur vom imperialistischen Joch befreien, wenn die Massen die herrschende Klasse in Israel und Palästina zerschlagen. Der Kampf zwischen den beiden Völkern sei in erster Linie sozialer Kampf und erst in zweiter Linie ein nationaler. Zur Lösung des Konflikts bedürfe es der Beantwortung der sozialen Frage, weil erst über eine soziale Revolution die Lösung der nationalen Frage erfolgen könne. Der politische Wert dieser Anthologie liegt in den anregenden Ideen, die Moshe Machover für die Lösung des Nahostkonfl

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