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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 24/2012
Jesu Geburt: Die Würde der Ohnmächtigen
Der Inhalt:

Vom Verlangen nach Zärtlichkeit

von Thomas Kroll vom 21.12.2012
»Paradies: Liebe« und »The Sessions – Wenn Worte berühren«, zwei ungewöhnliche Liebesfilme, die auf ganz unterschiedliche Weise von intensiven Begegnungen und Sex erzählen

Die Liebe ist des Kinos liebstes Kind. Ob bei Mainstream- oder künstlerisch ambitionierten Filmen, immer wieder entdeckt man Varianten und Spielarten der Liebe auf den großen Projektionsflächen der Kinos. In »Pretty Woman« etwa, einem Kassenschlager der 1990er-Jahre, kommt sie märchenhaft daher, kennt keine Schranken und ist stärker als der Tod. Sie rettet ein gefallenes Mädchen aus der Gosse, einen einsamen Manager vorm Erstarren in der Geschäftswelt – und bringt die Ungleichen zusammen. Der Film »Liebe« hingegen, diesjähriger Gewinner des Europäischen Filmpreises, konzentriert sich auf das Ende einer Beziehung. Angesichts von zwei gut Achtzigjährigen stellt er die Frage: Was geschieht mit der Liebe eines Ehepaares, wenn die Partnerin gelähmt ans Bett gefesselt ist und nicht mehr leben will?

Was die Liebe auf der Leinwand anbelangt, wartet das neue Jahr mit neuen cineastischen Anregungen und lebensnahen Beispielen auf. Gleich zu Beginn (3. Januar 2013) starten zwei Filme in deutschen Kinos, die auf ganz unterschiedliche Weise das Verlangen nach Zärtlichkeit, nach intensiver Begegnung und Sex mit dem anderen Geschlecht vor Augen führen. »Paradies: Liebe« stellt eine weiße Frau in den Mittelpunkt, die, so Regisseur Ulrich Seidl, »zum ersten Mal nach Afrika kommt und zum ersten Mal Berührungen mit schwarzen Männern hat«. Ben Lewins Film »The Sessions – Wenn Worte berühren« zeigt die Geschichte eines Mannes im besten Alter, der seit Kindertagen den größten Teil seines Alltags in einer Eisernen Lunge verbringt, gerne aber erstmals sexuelle Erfahrungen machen möchte.

Auf der Suche nach dem Glück

»Paradies: Liebe« folgt Teresa, einer Fünfzigjährigen, auf deren Urlaubsreise nach Afrika. Es ist der erste Teil einer Film-Trilogie des österreichischen Regisseurs Ulrich Seidl, die drei Frauen einer Familie in den Mittelpunkt stellt. Der zweite Teil, »Paradies: Glaube«, dreht sich um Anna, die streng gläubige Schwester der Protagonistin des ersten Teils; »Paradies: Hoffnung« schließlich kreist um Teresas Tochter Melanie. Alle drei sind auf der Suche nach dem Paradies, sei es in Kenia am Strand, sei es in der Beziehung zu Jesus, sei es in einem Diätcamp.

»Paradies: Liebe« beginnt nüchtern und grotesk zugleich. Eine Gruppe Behinderter sitzt abfahrbereit im Autoscooter. Dann folgt Zusamme

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