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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 24/2012
Jesu Geburt: Die Würde der Ohnmächtigen
Der Inhalt:

Ohne Bildung geht es nicht

von Norbert Copray vom 21.12.2012
Zum Mitglied der Unterschicht wird, wer kulturell arm dran ist

Joe Bageant Auf Rehwildjagd mit Jesus Meldungen aus dem amerikanischen Klassenkampf. VAT. 356 Seiten. 18,90 €

Abhijit V. Banerjee/ Esther Duflo Poor Economics Plädoyer für ein neues Verständnis von Armut. Knaus. 384 Seiten. 22,90 €

Heinz Buschkowsky Neukölln ist überall Ullstein. 396 Seiten. 19,99 €

Owen Jones Prolls Die Dämonisierung der Arbeiterklasse. VAT. 314 Seiten. 18,90 €

Peter Rösch Die Leute vom Straßenrand Gespräche mit Obdachlosen. Pro Business. 224 Seiten. 12 €

Walter Wüllenweber Die Asozialen Wie Ober- und Unterschicht unser Land ruinieren – und wer davon profitiert. DVA. 256 Seiten. 19,99 €

Die »Hirten auf dem Felde« sind in keiner romantischen Situation. Zur Zeit Jesu von Nazareth waren sie die Randständigen, galten als Betrüger, waren schlecht angesehen. Sie zählten zur untersten gesellschaftlichen Schicht, waren meist Sklaven oder Tagelöhner. Sie wurden gemieden wegen ihres Gestanks und mussten außerhalb der Ortschaften bleiben. Sie waren das, was heute für viele Menschen der Mittel- und Oberschicht die Unterschicht, die Proleten, das »fahrende Volk«, die illegalen Migranten und die Obdachlosen sind.

Mit solchen Menschen hat Peter Rösch Gespräche geführt, von denen er in seinem Buch »Die Leute vom Straßenrand« berichtet. Es ist eine Reise durch eine Parallelgesellschaft der Randständigen. Als er sich intensiver auf die Obdachlosen einlässt, wird ihr Bild für ihn immer differenzierter. Alle Klischees lösen sich auf. Das einfühlsame Buch bringt dem Leser die Obdachlosen näher. Es macht aus dem distanzierenden Begriff »Obdachlosigkeit« ein Erfahrungsfeld – am Rand der Gesellschaft und doch mitten in ihr.

Ähnlich ergeht es einem mit dem Buch von Walter Wüllenweber »Die Asozialen«. Der erfahrene Stern-Reporter geht zu jenen Menschen in dieser Gesellschaft, von denen es heißt, sie seien arm. Intensiv taucht er in ihre Lebenswelt ein, um zu der Erkenntnis zu kommen: Das Geld ist nicht entscheidend für Armut; entscheidend sind mangelnde Bildung und ein zwar Geld zahlender, aber letztlich doch chaotischer und wenig hilfreicher Staat.

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