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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 24/2011
Tanz für die Liebe
Weihnachten: Gott kommt in jedem Menschen zur Welt
Der Inhalt:

Netz mit doppeltem Boden

von Tonio Postel vom 04.05.2012
Im Internet lauern erhebliche Gefahren – gerade für Kinder. Ein paar Tricks können das Risiko beim Surfen aber minimieren

Wenn Vitus B. abends für eine Stunde ins Internet darf, dann surft er auch auf Seiten, die er nicht ansehen sollte. Pornoseiten zum Beispiel, die ausdrücklich erst ab 18 Jahren freigegeben sind. Doch mit einem einzigen Klick lässt sich der dortige Altershinweis von jedem Kind umgehen. »Der Besuch ist aber normal bei Jungs in meinem Alter«, entschuldigt sich der 14-Jährige und lächelt verlegen. Eine Schutzsoftware für Kinder, die solche Ausflüge gar nicht erst zulässt, weil sie das Laden von Seiten mit Begriffen wie »Sex«, »Porn« oder Ähnlichem unterdrückt, haben seine Eltern auf dem Familienrechner nicht installiert.

Doch Fachleute raten dringend dazu. Insbesondere bei älteren Kindern, bei denen man nicht mehr ständig danebensitzen kann, sollte man Filter nutzen, sagt Andrea Kallweit, Sprecherin des Referats »Internet für Kinder« bei Jugendschutz.net. »Man darf sich aber nicht allein auf die Filter verlassen«, mahnt Kallweit, »beim Mailen oder Chatten sind die meisten Filter wirkungslos.« Auch sonst sei selbst die beste Schutzsoftware von Firmen wie Salfeld, Windows oder McAfee technisch noch nicht ausgereift und lasse laut der Kommission für Jugendmedienschutz noch jedes fünfte gefährdende Angebot passieren.

Laut der KIM-Studie (Kinder und Medien), für die der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest 2010 den Medienumgang 6- bis 13-Jähriger untersucht hat, gehen knapp 60 Prozent der Kinder und Jugendlichen ins Internet. Und manche von ihnen verirren sich in Sphären, die sie ratlos und verstört zurücklassen können.

Um dies zu verhindern, hat Jugendschutz.net im Auftrag des Bundesfamilienministeriums die Broschüre »Ein Netz für Kinder – Surfen ohne Risiko« herausgegeben. »Kinder sollen früh eine positive, aber kritische Einstellung gegenüber dem Internet entwickeln«, heißt es dort. Die Erfahrungen der Autoren sei jedoch »erschreckend« gewesen, berichtet Andrea Kallweit. Die »Leichtgläubigkeit vieler Kinder« ebenso wie »die Ignoranz vieler Eltern«, die sich um ihre Kinder im Netz »keine großen Sorgen« machten, habe man nicht erwartet.

Denn »Kinder sind im Netz Gefahren ausgesetzt«, warnt Kallweit. Zum Beispiel durch Sex- und Gewaltbilder, durch fragwürdige Kontakte in

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