Zur mobilen Webseite zurückkehren
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 23/2020
Die Mechanik der Vergebung
Die Kirchen werden den Opfern nicht gerecht
Der Inhalt:

Musik, die von der Stimmung im Jahr 2020 erzählt

von Thomas Winkler vom 04.12.2020
PFplus

Weiterlesen mit Publik-Forum Plus:

Digital-Zugang sofort plus 2 Hefte gratis nach Hause
  • 4 Wochen kostenlos alle über 30.000 Artikel auf publik-forum.de lesen
  • die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • die nächsten 2 Ausgaben gratis in Ihrem Briefkasten
Digital-Zugang
  • Mehr als 30.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen
Digital-Zugang für »Publik-Forum«-Print-Abonnenten
  • Ergänzend zu Ihrem Print-Abonnement
  • Mehr als 30.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen

Folk-Pop. Ein Klagelied – was sonst – eröffnet »12«, das neue Album von AnnenMayKantereit. »Dass viele Menschen miteinander singen, war nie eine Selbstverständlichkeit«, murmelt Sänger Henning May deprimiert. Puh, es schlägt schon aufs Gemüt, sich in dieses dritte Album der Erfolgsband aus Köln zu vertiefen. Da wird melancholisch der Wirkung von Raben nachgespürt, während das Hoffnungstier Taube nur noch Erinnerung ist. Es geht um Abrechnungen, um den Traum, der nur geliehen ist, und im Spätsommer fällt der Regen vom Himmel. Das Album ist entstanden während des Corona-Lockdowns, der die Musikszene in ihrer Existenz bedroht. Das ist auch deutlich zu hören in den dunklen Versen, in den düsteren Harmonien, den müde schlürfenden Melodien. Und doch hat anscheinend ebenjene Depression die Band aus ihrer Komfortzone befördert und sie zu einer besseren, musikalisch vielfältigeren Band gemacht: Nun beherrscht AnnenMayKantereit nicht mehr nur den Open-Air-tauglichen Folk-Pop, sondern auch wundervoll karstige Chansons, verquere Ausflüge nach Hawaii, ein bisschen Jazz und sogar etwas Experiment. Auch Mays Reibeisenstimme hat eine neue Zärtlichkeit bekommen. So ist ein disparates, vielleicht nicht gefälliges, aber spannendes Zeugnis von Kreativen in der Krise entstanden. Eine Platte, die viel erzählt über das Jahr 2020, auch wenn sie nicht ausdrücklich von Corona spricht. »Phrasen, Versprechen, Parolen / So laut, so leer«, singt Henning May. »Phrasen, Versprechen, Parolen / Ich will mehr, ich will mehr, ich will mehr.«

Kommentare und Leserbriefe
Ihr Kommentar
Noch 1000 Zeichen
Wenn Sie auf "Absenden" klicken, wird Ihr Kommentar ohne weitere Bestätigung an Publik-Forum.de verschickt. Sie erhalten per E-Mail nochmals eine Bestätigung. Der Kommentar wird veröffentlicht, sobald die Redaktion ihn freigeschaltet hat. Auch hierzu erhalten Sie ein E-Mail. Siehe dazu auch Datenschutzerklärung.

Mit Absenden des Kommentars stimmen Sie der Verarbeitung Ihrer Daten zur Bearbeitung des Kommentars zu. Zum Text Ihres Kommentars wird auch Ihr Name gespeichert und veröffentlicht. Die E-Mail-Adresse wird für die Bestätigung der Bearbeitung genutzt. Dieser Einwilligung können Sie jederzeit widersprechen. Senden Sie dazu eine E-Mail an [email protected].

Jeder Artikel kann vom Tag seiner Veröffentlichung an zwei Wochen lang kommentiert werden. Publik-Forum.de behält sich vor, beleidigende, rassistische oder aus anderen Gründen inakzeptabele Beiträge nicht zu publizieren. Siehe dazu auch Netiquette.