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kritisch • christlich • unabhängigzur aktuellen Ausgabe

 
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 23/2018
Letzte Zuflucht
Die Christen und der Staat: Das Ringen ums Kirchenasyl
Der Inhalt:

Der Letzte Brief (Vorsicht Satire!): Liebe Tante Erika,

endlich komme ich dazu, Dir meine Urlaubsgrüße aus Paris zu schicken. Es handelt sich um 2478 tolle Fotos, die mein neues Smartphone gemacht hat. Sie befinden sich auf der beiliegenden CD. Du kannst sie auch gerne Deinen Freundinnen zeigen.

Paris war wirklich sehr schön mit Gisela. Also Gisela ist übrigens keine neue Freundin von mir, sondern mein Smartphone. Gisela redet mit einer lieblich-sanften und doch nachdrücklichen Stimme, das habe ich bei der Inbetriebnahme so eingestellt.

Und Gisela kann wirklich viel. Wenn ich sie entsprechend programmiere, führt sie mich eigenständig durch einen Urlaubsort. Sie bestimmt dann ganz alleine, was sie sehen und fotografieren will. Sie übernimmt die gesamte Organisation des Urlaubs, ich brauche überhaupt nichts zu tun. Natürlich erlebt man dann auch Ungewöhnliches. Im Louvre haben Gisela und ich zwei Stunden vor der Mona Lisa gestanden, bis das Selfie endlich im Kasten war. Die gleiche Idee hatten leider auch viele andere Touristen.

Wichtig ist, dass man sich an die Urlaubsplanung des Smartphones hält. Sonst kann es Probleme geben. An sich war alles ganz einfach. An jedem der sechs Tage unseres Paris-Aufenthalts hat Gisela immer schon morgens bestimmt, was wir uns ansehen. Sie hat mich geweckt und dann kontrolliert, dass ich rechtzeitig mit dem Frühstück fertig werde. Und dann gingen wir zusammen los. Allerdings hat Gisela Schwierigkeiten, plötzliche Einfälle und Wünsche zu berücksichtigen, die nicht schon seit Monaten einprogrammiert sind. Ich habe dies einmal versucht, und dann hat sie beleidigt ausgeschaltet. Als ich wieder eingeschaltet habe, hängte sich ihr elektronischer Speicher auf. Wir waren dann vier Tage hintereinander