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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 23/2018
Letzte Zuflucht
Die Christen und der Staat: Das Ringen ums Kirchenasyl
Der Inhalt:

Buchbesprechungen

Catalin Dorian Florescu
Die Freiheit ist möglich
Residenz. 144 Seiten. 18 €

Die Druckfassung der Herbstvorlesung zum Thema »Unruhe bewahren« im Literaturhaus in Graz 2017 ist eine aus der Perspektive der humanistischen Psychologie herausgearbeitete kritische Zeitanalyse des Lifestyle im postmodernen Konsumkapitalismus. Zugleich ist die Publikation ein konstruktiver Gegenentwurf, der nahelegt, dass und wie man der digitalen und virtuellen Dominanz, der emotionalen Flüchtigkeit und dem selbstauferlegten Zwang zur permanenten Selbstoptimierung entkommen kann: Entschleunigung und De-Fragmentierung des Alltags; selbstbestimmte, innere Konzentration bei der Suche nach den wirklichen, eigenen Bedürfnissen; die Wiedererlangung der Beziehungsfähigkeit weisen dazu aus der Selbstentfremdung hinaus in die Freiheit. Dafür erscheint die Schrift nicht als »Ratgeber«, sondern als ein umfangreich und anspruchsvoll unterlegter, auch mahnender Denkanstoß, dem sich Lesende kaum entziehen können, zumal die Zeitkritik nicht larmoyant und der Gegenentwurf nicht teleologisch oder utopisch orientiert sind. Karl Düsseldorff

Stephan Grätzel
Versöhnung
Herder. 360 Seiten. 28 €

Der Mainzer Philosophieprofessor Stephan Grätzel zimmert ein eindrucksvolles Hochamt über »Die Macht der Sprache«. In zahllosen Verästelungen geht er ihrer Wirksamkeit auf die Spur, klärt auf über »Innenraum, Inkarnationen und Gewalten« von Sprache und erweist sich als unermüdlicher Anwalt ihrer Kraft zur Versöhnung. Dies alles zutiefst philosophisch fundiert, historisch unterlegt und religiös geerdet. Kein Mensch, so Grätzel, »kann ohne Versöhnung leben«, das macht ihre Bedeutung so universell. Einen wunderbaren Rekurs unternimmt er auf die bereits vor hundert Jahren begründete »Neue Wissenschaft des Du« – schließlich sei dieses Du die »Grundlage aller Beziehungen«, mit ihm kommen wir zum »ursprünglichen Stand der Sprache zurück«. Ein »Projekt dieses Ausmaßes« braucht seine Vorbilder und Leitfiguren – für Stephan Grätzel ist Papst Franziskus eine solche Person; ihm ist das Buch gewidmet. Stefan Zowislo

Luc Boltanski/Arnaud Esquerre
Bereicherung
Suhrkamp.

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